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Rauchschwalben – weitverbreitet und doch gefährdet

Von Bernd Schüre, Tiere, Pflanzen, Natur, Tierschutz, 34.719 Views

Rauchschwalben – weitverbreitet und doch gefährdet

#Steinhagen, 1. Juli 2025

#Rauchschwalben sind über ganz #Europa, #Nordwestafrika sowie auch Teile von #Asien und #Nordamerika verbreitet. Die Rauchschwalbe wird in der Roten Liste für #NRW als »gefährdet« eingestuft und gilt als »besonders geschützt«.

Langstreckenzieher mit beeindruckender Reiseroute

Sie gehören zu den #Zugvögeln, und zwar zu den sogenannten Langstreckenziehern, das heißt, sie bewältigen sehr lange Strecken. So überwintern die »europäischen Rauchschwalben« in #Mittelafrika und #Südafrika.

Rauschschwalben brüten am liebsten ländlich

Bei uns in NRW sowie im Kreis #Gütersloh kommen Rauchschwalben als Brutvögel vor und sind hier ungefähr im Zeitraum von April bis September vorzufinden. In dieser Brutzeit kommt es oftmals sogar zu zwei Bruten. Die Nester werden überwiegend in landwirtschaftlichen Gebäuden wie Viehställen, Scheunen, Pferdeställen oder Hofgebäuden angelegt, ganz gerne dort, wo auch Vieh gehalten wird. 

#Nestbau mit #Lehm

Rauchschwalben sind als »#Kulturfolger« eng mit der bäuerlichen Kulturlandschaft verknüpft. Ihr Nest besteht aus Lehm beziehungsweise lehmiger Erde, also ist es vorteilhaft, wenn unversiegelte Hofflächen und unbefestigte Wege mit #Pfützen und #Schlammflächen zur Verfügung stehen.

Bevorzugte Lebensräume

Rauchschwalben jagen Fluginsekten und ernähren sich überwiegend von #Fliegen und #Mücken. Sie bevorzugen extensiv genutzte Flächen (zum Beispiel #Wiesen und #Weiden) als Nahrungsreviere und profitieren – vor allem in Kälteperioden mit wenig Insekten – von der Insektenfauna zugänglicher Viehställe.

Massiver Insektenrückgang und weniger Rauchschwalben

Die Wissenschaft konnte in einigen Regionen einen dramatischen Artenverlust bei den Insekten von bis zu 75 Prozent in den letzten Jahrzehnten nachweisen. Nicht nur die Spezialisten unter den Insekten, die auf einen besonderen Lebensraum angewiesen sind, sind vom Artensterben bedroht, sondern auch sogenannte Allerweltsarten sind massiv gefährdet.

Hauptursachen für den Rückgang

Gründe für den Rückgang sind die Isolierung von Lebensräumen und die hochintensive #Landwirtschaft (Art der #Bewirtschaftung, Pflanzenauswahl, intensive Flächennutzung, Einsatz von #Pestiziden und #Düngemitteln).

Spürbare Folgen für die #Tierwelt

Negative Auswirkungen des Insektenrückgangs auf Vögel oder Kleinsäuger waren nicht nur vorhersehbar, sondern sind auch tatsächlich eingetreten.

Weitere Gefährdungen durch Strukturverlust

Hinzu kommen noch direkte Gefährdungsursachen, wie zum Beispiel die Aufgabe von Viehhaltung, das Halten von Tieren in abgeschlossenen Stallsystemen, die Befestigung und Versiegelung von Wegen und Hofflächen (zum Beispiel #Pflastersteine, #Asphalt oder #Schotter) oder die Abnahme der extensiv genutzten, reich strukturierten Kulturlandschaft mit Grünlandwirtschaft und #Viehwirtschaft.

Dramatische Konsequenzen für Rauchschwalben

Die Folgen sind der Verlust an Nistmöglichkeiten, das geringere Angebot an Nahrung und Baumaterial für den Nestbau sowie das Verschwinden geeigneter Lebensräume. Alles zusammen ist für die Vögel bedrohlich und kann zum Abwandern der Rauchschwalben von Bauernhöfen oder sogar zum Verschwinden dieser hübschen und nützlichen Vogelart aus einzelnen Ortsteilen oder der gesamten Region führen!

Konkrete Maßnahmen zum Schutz der #Rauchschwalbe

  • Verlust von Brutmöglichkeiten bei #Sanierungen von Gebäuden vermeiden beziehungsweise ausgleichen
  • Einflugmöglichkeiten in Scheunen und Ställen erhalten und wieder öffnen
  • Kleine Bretter als Nestunterlage anbringen, zum Beispiel in #Pferdeställen
  • Versiegelung von Plätzen und Wegen begrenzen, überflüssig befestigte Flächen entsiegeln
  • Vorhandene Lehmkuhlen bei Trockenheit im Frühjahr wässern und neue Pfützen anlegen
  • Öffentlichkeitsarbeit, unter anderem Exkursionen zu Bauernhöfen für #Kinder und #Jugendliche