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Beim Bombenangriff zerstörtes Gebäude von Hentze an der Blessenstätte am 14. März 1945.

KWS History: Stadtgeschichte – Auto Hentze wird 125 Jahre alt – ein Foto, eine Werkstatt, eine Stadt

Von KWS, Karla-Wagner-Stiftung, KWS History, 92.255 Views

#KWS #History: #Stadtgeschichte#Auto #Hentze wird 125 Jahre alt – ein Foto, eine Werkstatt, eine Stadt

#Gütersloh, 27. Dezember 2025

Das Foto zeigt ein zerstörtes Gebäude. Dachbalken liegen offen, Mauern sind eingestürzt, #Schutt bedeckt die Straße. Vor den Trümmern stehen 2 Fahrzeuge, daneben eine #Zapfsäule. Auf ihr ist der Name »#Leuna« zu lesen.

Aufgenommen wurde das Bild nach dem Bombenangriff vom 14. März 1945. Es zeigt das damalige Geschäftsgebäude des Gütersloher Betriebs Hentze an der #Blessenstätte.

2025 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal. Und es ist zugleich ein Anlass, sich daran zu erinnern, dass #Stadtgeschichte nicht nur aus großen politischen Entscheidungen besteht, sondern aus Orten, Betrieben und Menschen, die nach Zerstörung weitergemacht haben.

Von Nähmaschinen zur Motorisierung

Die Geschichte des Unternehmens begann 1901, als Bernhard Hentze an der Blessenstätte ein Geschäft für #Nähmaschinen und #Fahrräder eröffnete – mit Reparaturbetrieb. Es war eine Zeit, in der #Mobilität noch #Handarbeit war.

Schon 1912 folgte ein Schritt, der rückblickend weit über den Betrieb hinausweist: Hentze verkaufte sein 1. Fahrzeug der Marke #Opel – einen #Doktorwagen.

Diese frühen Automobile ermöglichten Ärzten erstmals schnelle, unabhängige Wege zu ihren Patienten. Der Doktorwagen steht bis heute für den #Übergang von #Pferd und #Kutsche zur motorisierten Moderne – auch in Städten wie Gütersloh.

Ausbildung, Erweiterung, Zerstörung

Nach dem 1. Weltkrieg wurde der Betrieb ausgebaut. 1919 kam eine #Fahrschule hinzu. Die Söhne Hermann und Paul erlernten den Beruf des Kfz Mechanikers. 1936 legte Sohn Hermann die Meisterprüfung ab; im selben Jahr erhielt der Betrieb einen offiziellen Opel Händlervertrag.

Dann kam der Krieg.

Das Foto von 1945 dokumentiert nicht nur bauliche Zerstörung, sondern einen Einschnitt in eine gewachsene Existenz. #Werkstatt, #Handelsbetrieb, #Infrastruktur – alles lag in Trümmern. Und doch ist dieses Bild kein Endpunkt.

Wiederaufbau und Wachstum

1948 übernahmen die Söhne den Betrieb. 1956 trennten sich die Brüder: Hermann führte den Opel Händlervertrag weiter und errichtete an der Herzebrocker Straße einen neuen Betrieb, der in den folgenden Jahrzehnten mehrfach erweitert wurde.

Mit Ute Fissenewert und ihrem Ehemann, dem Kfz Meister Dieter Fissenewert, trat die nächste Generation in die Geschäftsleitung ein. 1970 kam ein weiterer Standort an der Wiedenbrücker Straße hinzu, später eine große Ausstellungshalle. 1984 wurden die Betriebe zusammengelegt.

Seit 1990 liegt die Verantwortung bei Ute Fissenewert und ihrem Ehemann, seit 1993 ist mit Sohn Markus bereits die nächste Generation im Unternehmen aktiv. 2002 kehrte der Betrieb an die Herzebrocker Straße zurück und führt heute neben Opel auch Fahrzeuge anderer Hersteller.

Teil der Stadtgeschichte

125 Jahre Unternehmensgeschichte bedeuten mehr als betriebliche Kontinuität. Sie erzählen von technologischem Wandel, von Ausbildung, von #Mobilität, von #Krieg und #Wiederaufbau – und davon, wie sich eine Stadt verändert hat.

Das Foto von 1945 hält einen Moment fest, in dem alles hätte enden können. Dass es weiterging, gehört ebenso zur Geschichte Güterslohs wie die Trümmer selbst. Gerade im Jahr 2025, 80 Jahre nach Kriegsende, erinnert dieses Bild daran, dass Stadtgeschichte nicht nur in Archiven liegt, sondern in Werkstätten, Betrieben und Familien, die geblieben sind.