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»Neue Osnabrücker Zeitung«: Victoria Trauttmansdorff – »Mein Großvater hat nie ein Todesurteil unterschrieben«

Von KWS, Kunst und Kultur, Presse, 8.225 Views

»Neue Osnabrücker Zeitung«: Victoria #Trauttmansdorff – »Mein Großvater hat nie ein Todesurteil unterschrieben«

  • Schauspielerin spricht über die Rolle ihrer Familie in der NS Zeit

#Osnabrück, 15. März 2026

Die Schauspielerin Victoria TrauttmansdorffNord Nord Mord«) hat Details über ihre adelige Familiengeschichte während der NS Zeit preisgegeben. Besonders hob sie dabei die Zivilcourage ihres Großvaters hervor: »Mein Großvater war #Anwalt und beim #Militär als #Richter tätig und offenbar ist es ihm gelungen, nie ein Todesurteil zu unterschreiben und damit wirklich die Leute zu retten«, sagte Trauttmansdorff der »Neuen Osnabrücker Zeitung« (#NOZ).

Ihr Großvater habe bereits beim Anschluss Österreichs keinen Zweifel an seiner Gesinnung gelassen: »Als Hitler nach #Wien kam, ist mein Großvater mit einem Freund vor dessen Hotel auf und ab gefahren – mit dem Hakenkreuz über dem Auspuff statt oben am Auto. Daraufhin wurde er verhaftet«, so die 65 Jährige. Nur durch die Intervention seines Bruders bei einem »Wiener Ober Nazi« sei er wieder freigekommen.

Dieser Großonkel Victoria Trauttmansdorffs habe seinen Widerstand gegen Hitler später mit dem Leben bezahlt: »Seinen Bruder haben die Nazis dann noch umgebracht, einen Tag bevor die Russen einmarschiert sind. Der hatte einen eigenen Widerstandskreis mitgegründet« – gemeint ist die Widerstandsgruppe »Kirchl Trauttmansdorff«. Die politische Haltung ihrer Vorfahren erklärte die Schauspielerin mit adeligem Standesbewusstsein: »Sie waren natürlich auch keine Linken. Es waren halt #Monarchisten. Hitler war ihnen zu ordinär.«

Neben der NS Zeit prägt der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) die Familiengeschichte: »Einer meiner Vorfahren könnte Sie vielleicht wirklich interessieren: Maximilian von und zu Trauttmansdorff – der hat den Westfälischen Frieden ausgehandelt«, sagte die Schauspielerin. Trauttmansdorff beschrieb den historischen Friedensschluss mit einer Prise #Humor: »Mit ein bisschen #Alkohol und viel Zuspruch hat er diese seit Jahrzehnten verfeindeten, blutrünstigen Krieger 1648 dazu gebracht, den Dreißigjährigen Krieg zu beenden.« Der Ahn sei jedoch ein Opfer der eigenen Verhandlungstaktik geworden: »Er selbst musste allerdings vorzeitig abreisen, weil er die Gicht hatte. Der #Wein und das gute #Essen waren wohl zu viel.«

Trotz der geschichtsträchtigen Vorfahren, zu denen auch Beteiligte am Sturz Wallensteins gehörten, war Victoria Trauttmansdorff lange auf Distanz zu ihrem Hintergrund: »Mein Vater hat sich stark über die Geschichte der Familie definiert. Ich dagegen war eher ›anti‹. Mein Interesse kommt jetzt erst.« Besonders während ihrer Ausbildung in den 80er Jahren habe der Adel wenig gegolten, sie sei in der Schauspielschule sogar »gehänselt« worden.

Heute begegne ihr der Name oft in Form von touristischen Kuriositäten, vor allem in #Südtirol rund um #Schloss #Trauttmansdorff: »Alles ist voller Touristen und alles heißt dort Trauttmansdorff: die Gärten Trauttmansdorff, das Trauttmansdorff #Eis und sogar die Trauttmansdorff #Rinderroulade«, so die Schauspielerin. Sogar in der Küche hat die Familie Spuren hinterlassen: Das Dessert »#Reis Trauttmansdorff« sei angeblich aus der Not für überraschenden Besuch auf einem Gut entstanden. »Es ist im Grunde nur so ein fluffiger #Milchreis mit #Schlagobers, also #Sahne. Dazu isst man #Himbeeren

#NOW #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE