Home
Adressen
Chronik
Europe
Mariechenmarkt
Visit Gütersloh
Service
Foto: Archiv

KWS History: Stadtgeschichte Gütersloh – Gütersloher Familienunternehmen

Von KWS, Karla-Wagner-Stiftung, KWS History, 10.731 Views

#KWS #History: #Stadtgeschichte Gütersloh – Gütersloher Familienunternehmen

  • Familienunternehmen haben in Gütersloh Tradition – zahlreiche familiengeführte Traditionsunternehmen wurden teilweise schon im vorvergangenen Jahrhundert gegründet und haben sich bis heute erfolgreich am Markt behauptet.

#Gütersloh, 25. April 2026

Die Anfänge

Ende des 19. Jahrhunderts war die #Eisenbahn eines der wichtigsten #Verkehrsmittel. Reisende, die in Richtung Gütersloh fuhren, sahen zunächst die Lederfabrik Küpper im Winkel zwischen den #Gleisen und der #Chaussee nach #Wiedenbrück. Die Firma war 1870 in der Bauernschaft #Kattenstroth gegründet worden und vom Kaufmann Friedrich Küpper und dem Gerber Hermann Lohmann als »Gütersloher Lederwarenfabrik H. Lohmann & Co.« fortgeführt worden. 1899 hatte Friedrich Küpper als alleiniger Inhaber die »Gütersloher Lederfabrik Friedrich Küpper« übernommen, die auf die Herstellung von #Lackleder für #Möbel und #Autos spezialisiert war. Wenig später tauchten die Backsteinbauten der mechanischen #Baumwollweberei von Greve & Güth auf und man kam am Gütersloher #Hauptbahnhof an.

Den Reisenden erwartete eine von #Industrie und #Unternehmertum geprägte Stadt, die schon damals in nicht geringem Maße von Güterslohs Familienunternehmen Nummer 1, Miele & Cie., geprägt wurde. Die Firma stammte ursprünglich aus #Herzebrock, wo sie 1899 von Carl Miele und Reinhard Zinkann gegründet worden war, und 1907 nach Gütersloh verlegt worden war. Darüberhinaus gab es östlich der Bahnanlagen 2 Textilfabriken: Die Baumwollweberei Niemöller & Abel, die 1890 an der Verler Straße gelegen war, und die Seidenweberei Wilhelm Bartels & Co., die 1893 gegründet worden war. Auch die Nudelfabriken #Niemöller und #Diestelkamp oder das Dampfsägewerk von Stockmeyer & Diestelkamp reckten ihre #Schornsteine in den Himmel – heute sind diese Unternehmen längst ein Teil der Gütsler #Industriegeschichte. Um die Jahrhundertwende gab es in Gütersloh 41 Fabriken mit 1.176 Arbeitern – aus einem #Dorf war eine #Industriestadt geworden, was sich nicht zuletzt auch durch die Größe vieler Firmen belegen ließ, die sich von Kleinbetrieben zu Großbetrieben wandelten.

Gütersloh 2004

Der Kreis Gütersloh wird 2004 durch Industriebetriebe und eine Vielzahl mittelständischer Unternehmen geprägt, die nicht nur auf dem inländischen Markt, sondern auch in #Europa oder sogar weltweit erfolgreich sind. Die Gründer legten teils schon vor Jahrhunderten den Grundstein zu vorerst handwerklich ausgerichteten Betrieben, aus denen sich leistungsfähige Unternehmen der #Druckindustrie, der #Metallindustrie und #Elektroindustrie, des Holzgewerbes und Nahrungsmittelgewerbes und des Textilsektors entwickelten. Im Gütersloher #Handwerk und in der #Kaufmannschaft sind traditionell die Familienunternehmen in der Überzahl, so läßt eine Vielzahl privater Unternehmensgründungen in beiden Bereichen Perspektiven für die Zukunft erkennen.

Geschichte der Stadt Gütersloh

Ambitionierte Gütsler finden viele Hintergrundinformationen über die Stadtgeschichte von der Gründung über die Anfänge der Industrialisierung, das Dritte Reich bis hin zur Zeit des Wiederaufbaus im Gütersloher #Standardwerk »Geschichte der Stadt Gütersloh« von Werner Freitag, erschienen im Verlag für Regionalgeschichte, das mit 516 Seiten Umfang zum Preis von 29 Euro in jeder Gütsler Buchhandlung erhältlich war und in keinem Bücherregal (so vorhanden) fehlen sollte. Darüberhinaus steht das #Stadtarchiv jedem Bürger für eigenen Recherchen offen – hier finden sich zahlreiche Text und Bilddokumente aus vergangenen Zeiten, die neben den Menschen in unserer Stadt auch ein Bild vom Unternehmertum zeichnen.

Statement von Bürgermeisterin Maria Unger (Juli 2004)

Die Industriekammer und Handelskammer #Ostwestfalen hat es bereits 1997 festgestellt: Die Basis des wirtschaftlichen Erfolges in Ostwestfalen sind die zahlreichen familiengeführten Unternehmen in der Region. Über 80 Prozent aller Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten sind immer noch im Familienbesitz. Für Gütersloh hat sich diese Verwurzelung der Unternehmen in besonderer Weise ausgezahlt. Das rasante Bevölkerungswachstum der letzten Jahrzehnte wäre ohne die starke heimische Wirtschaft kaum denkbar gewesen. Die besondere Rolle der Familien zeigt sich dabei in nahezu allen Firmengrößen. Durch die Weitsicht der Gründer ist es häufig gelungen, die Nachfolge innerhalb der Familie zu regeln. Für Gütersloh hat das auch zur Folge, daß neben dem Unternehmenserfolg auch die Mitarbeiterzufriedenheit und Mitarbeiterbindung Kriterien der Unternehmensentscheidungen sind. Darüberhinaus haben sich die Unternehmer auch immer wieder für ihre Heimatstadt engagiert, zum Beispiel durch Unterstützung von Aktionen in den Handlungsfeldern des Sozialen, der #Jugend und der #Kultur

Neben den Prognosen gibt mir vor allem die breite Mischung der Gütersloher Wirtschaftsstruktur und die hohe Zahl der familiengeführten Unternehmen die Zuversicht, daß Gütersloh auch die Herausforderungen der Zukunft bewältigen wird. Die Stadt wird sich dabei auch künftig bemühen, die örtlichen Rahmenbedingungen weiter zu verbessern und die Sicherung und das Wachstum der lokalen Unternehmen zu unterstützen.

Statement von #Kreishandwerksmeister Burkhard Brockbals (Juli 2004)

#Familiengeführte #Unternehmen haben nicht nur im Handwerk eine lange Tradition – auch und besonders im für Gütersloh so wichtigen Einzelhandel nehmen sie in unserer Stadt einen besonderen Stellenwert ein. Darüberhinaus sind in Gütersloh mit #Miele und #Bertelsmann 2 der größten Familienunternehmen Deutschlands ansässig. Das zeigt deutlich das Potential solcher Strukturen, deren Förderung nicht nur im Interesse der Stadt, sondern auch in meinem persönlichen Interesse liegt. Als Kreishandwerksmeister bringen mir eine Vielzahl von Handwerksbetrieben aus dem gesamten Kreisgebiet ihr Vertrauen entgegen, ein Vertrauen, das sich auch und gerade in diesen schwierigen Zeiten auszahlt. Der Großteil aller Betriebe in #Ostwestfalen ist nach wie vor im Familienbesitz und es wird eine Aufgabe für die Zukunft sein, diese Tatsache zu untermauern und weiter auszubauen. Denn nur die wirklichen Unternehmer sind für eine regionale #Wirtschaft greifbar und perspektivisch – in Zeiten der vermeintlichen Globalisierung wird nur allzu oft der Mensch hinter dem Unternehmer vergessen, ist bei manchen sogenannten »Global Playern« schon gar nicht mehr vorhanden. Es ist ein Teil Lebensqualität, wenn die Unternehmer vor Ort auch in die sozialen Strukturen einer Stadt eingebunden sind – sowohl für die Unternehmer selbst, als auch für die Arbeitnehmer und nicht zuletzt die Bürger unserer Stadt. Daran will ich auch in Zukunft weiter arbeiten und stehe mit allen Mitteln zur Verfügung.

#NOW #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE