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NOW Kommentar: die Illusion der Rettung

Von KWS, Kunst und Kultur, Kommentare, 7.741 Views

#NOW #Kommentar: die #Illusion der #Rettung

#Gütersloh, 7. Mai 2026

Es gehört inzwischen fast zum politischen #Grundrauschen: Die Lage sei #schwierig, aber »die #Politik« müsse jetzt endlich #handeln. Als gäbe es irgendwo einen #Schalter, den man nur umlegen müsse. Als brauche es nur die richtigen Konzepte, die richtige #Regierung, die richtigen Mehrheiten – und dann werde alles wieder gut.

Doch genau das ist ein fundamentaler #Denkfehler.

#Politik kann vieles: #ermöglichen, #verbieten, #regulieren, #verwalten, #bremsen oder #beschleunigen. Sie kann #Rahmenbedingungen verändern, #Prioritäten setzen und #Prozesse organisieren. Aber sie kann #Gesellschaft nicht ersetzen. Sie kann keine #wirtschaftliche #Dynamik #herbeiregieren, kein #Vertrauen #erzwingen, keine #Kultur #erzeugen und keine #lebendige #Öffentlichkeit simulieren.

Denn handeln können am Ende nur Menschen selbst.

Keine Regierung baut »die #Wirtschaft« wieder auf. #Unternehmen, #Beschäftigte, #Entwickler, #Handwerker, #Pflegekräfte, #Künstler, #Gründer, #Lehrer und Millionen andere tun das. Keine Regierung erzeugt gesellschaftlichen Zusammenhalt per #Verordnung. Und keine Partei kann ein Land »retten«, während sich alle anderen zurücklehnen und auf Lösungen warten.

Trotzdem scheint genau diese #Erwartung weitverbreitet zu sein.

Viele Menschen sprechen über Politik inzwischen fast wie über einen externen Dienstleister: Man wählt, formuliert Forderungen, diskutiert über Programme und wartet anschließend darauf, dass »oben« geliefert wird. Wenn das nicht funktioniert, folgt Enttäuschung – und die Suche nach Schuldigen.

Doch das Erstaunliche ist: #Politik und #Verwaltung scheinen diese Vorstellung selbst ebenfalls zu glauben.

Für nahezu jedes Problem werden sofort neue #Konzepte, #Maßnahmenpakete, #Strategien, #Programme oder »#Masterpläne« angekündigt. Die Sprache vieler politischer Debatten klingt inzwischen, als ließe sich Gesellschaft wie ein Projekt steuern …

»Wir werden den #Wohnungsmarkt lösen.«

»Wir werden die #Innenstädte beleben.«

»Wir werden die #Gesellschaft resilient machen.«

»Wir werden die #Wirtschaft transformieren.«

Natürlich braucht ein moderner #Staat #Regeln, #Verwaltung und #politische #Gestaltung. Aber darin steckt oft auch eine bemerkenswerte #Selbstüberschätzung. Denn komplexe Gesellschaften funktionieren nicht wie #Maschinen. Menschen handeln nicht nach Verwaltungslogik. Vertrauen, Kreativität, Verantwortung, Motivation oder gesellschaftliche Energie lassen sich nicht administrativ erzeugen.

Dadurch entsteht eine paradoxe Situation: Die #Bevölkerung überschätzt die #Macht der #Politik — und die #Politik überschätzt sie teilweise selbst ebenfalls.

Eine Art kollektive #Steuerungsillusion.

Vielleicht erklärt das auch einen Teil der gegenwärtigen Erschöpfung. Es gibt eine enorme #Sehnsucht nach schnellen #politischen #Lösungen für Probleme, die in Wahrheit kulturell, gesellschaftlich oder strukturell sind – und oft über Jahrzehnte entstanden sind. Manche glauben offenbar, man müsse nur die »Richtigen« wählen, und wenige Monate später funktioniere alles wieder.

Doch so funktioniert keine komplexe Gesellschaft.

#Politik ist wichtig. Sehr wichtig sogar. Aber sie ist kein magisches Steuerpult für Realität. Wer das glaubt, überschätzt den Staat – und unterschätzt zugleich die Gesellschaft.

Oder anders gesagt: Eine #Demokratie lebt nicht davon, dass Regierungen alles lösen. Sondern davon, dass möglichst viele Menschen selbst handeln.

#NOW #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE