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Foto: Berndt Pfeifer

KWS History: Stadtgeschichte Gütersloh – es stinkt gewaltig

Von Berndt Pfeifer, Karla-Wagner-Stiftung, KWS History, 188.837 Views

#KWS #History: #Stadtgeschichte #Gütersloh – es stinkt gewaltig

  • Berndt Pfeifer zum Thema Hundekot. Der Artikel vom Oktober 2011 wird hier unverändert wiedergegeben.

#Gütersloh, Oktober 2011

Tagtäglich werden die öffentlichen #Gehwege sowie #Grünflächen und #Straßen unserer Städte mit mehr als 40 Tonnen #Hundescheiße verdreckt. Es gibt kaum jemanden in unserer Stadt, der noch nicht das Vergnügen einer Bekanntschaft mit einer glitschigen Tretmine hatte und den ekligen Geruch der meist festen Ausscheidung eines Hundedarms mit nach Hause brachte. In der Stadt Gütersloh sind 3.774 Hundehalter mit 3.998 Hunden registriert (Stand 1. Januar 2011). Dem stehen im Jahr 2010 292.151 Euro gezahlte Hundesteuer gegenüber. Es ist verwunderlich, dass die Verwaltung trotz genügender Einnahmen hilflos und handlungsunfähig dem Entsorgungsproblem gegenübersteht.

Dementsprechend hat die Stadt Gütersloh aus den Einnahmen der #Hundesteuer bisher keine #Automaten für Hundkottüten angeschafft und an markanten Brennpunkten aufgestellt. Zurzeit wird im Rathaus ganz aktuell die Anschaffung von Ausgabespendern geprüft, die an besonders brenzligen Stellen im Stadtgebiet installiert werden sollen. Die Entnahme der Kottüten soll dann kostenlos sein. Die Umsetzung der Prüfung soll zeitnah erfolgen, so Thomas Habig vom #Fachbereich #Ordnung der Stadt Gütersloh. Ein Tropfen auf den heißen Stein, sagen viele Anwohner von besonders stark frequentierten Straßen im Stadtgebiet. Kein Randstreifen, kein Gebüsch oder Vorgarten, kein Spielplatz oder Gehweg wird vom Hundekot verschont. Selbst dort wo Anwohner oder Hauseigentümer aus Wut und Verzweiflung Verbotsschilder aufstellen, lassen re­­spekt­los Herrchen und Frauchen ihre kleinen und großen Lieblinge zum Verrichten ihrer Notdurft hinlaufen und die stinkende Masse bleibt dort bis zur natürlichen Auflösung liegen.

Egal ob in einer festen Masse, oder in einem dünnen stinkenden Brei, die überwiegende Anzahl der Hundehalter ignoriert einfach den Zustand der Grünflächen und Gehwege. Dabei sagt ein #Urteil des Oberlandesgericht Frankfurt (AZ 2 Ws(b)205/92 »#OwiG«), ganz klar, nur wer in diesen Bereichen den #Hund sein Geschäft machen lässt und das »Ergebnis« nicht unverzüglich beseitigt, riskiert ein Bußgeld oder eine Strafe. In Gütersloh beträgt das Verwarnungsgeld bei einem erstmaligen Verstoß 35 Euro und wenn der Hundehalter seiner Verpflichtung, den Hundkot zu entfernen häufiger nicht nachkommt, kann ein Bußgeld bis zu 1.000 Euro festgesetzt werden. Viel zu wenig, ist die Meinung vieler Bürger, die auch Beschimpfungen von Seiten der Hundhalter in Kauf nehmen müssen, wenn sie einen Probanten beim Kacken erwischen. Es reicht, so sollte man meinen, denn selbst die medienwirksame Fähnchenaktion, wie sie in diesem Frühjahr dieses Jahres auf dem Dreiecksplatz stattfand, findet kein Einsehen bei der Mehrzahl von Hundehaltern. 

Viele Herrchen glauben, durch die Zahlung der Hundesteuer sei die Beseitigung des Hundekots abgegolten. Jedoch ist die Hundesteuer eine von jeder Gemeinde unterschiedlich geregelte Steuer: »Sie hat das ordnungspolitische Ziel, den Hundebestand zu beschränken. Die Hundesteuer ist kein Ausgleich für die durch Hunde entstehenden Kosten, die sich insbesondere aus der Beseitigung von Hundekot ergeben«, sagt die #Gemeindeordnung. Gerade der Dreiecksplatz in Gütersloh, die Kultu#rmeile der Stadt, wird so offensichtlich als #Hundeklo missbraucht. Dort, wo sonst nur Künstler auftreten, treten an Sonntagen und Feiertagen #Kinder in die #Tretminen der kleinen Lieblinge. 

Unverständlich das an diesem Platz kein #Hundekotautomat mit #Abfallbehälter aufgestellt wurde, bemängeln Anwohner und Cafébesitzer, aber auch Kontrollen des Ordnungsamtes finden hier nur sporadisch statt. Ein weiter Brennpunkt ist bisher die Holzstraße am ehemaligen #Pfleiderer-Gelände. Dort ist die Verunreinigung durch Hundkot so gravierend, das selbst Hunde ihre Notdurft auf dem Grünstreifen vor der Hundertwasserschule verweigern, weil es keinen freien Millimeter mehr gibt. Abhilfe könnten jetzt die großzügigen, frischen Rasenflächen mit Hügellandschaften vor dem neuen Platz des Möbelgiganten Porta und dem Gartencenter Brockmeyer bieten.

Bereits wenige Minuten nach dem Ausrollen der neuen #Rasenflächen weihten dort die zahlreichen Hunde der Anwohner die Wiesenflächen mit großer Freude ein. Natürlich am Abend im Dunkeln, um nicht von den Anwohnern gesehen zu werden. In der Kreuzstraße, die von der Holzstraße abbiegt, sahen sich viele Hausbesitzer gezwungen, Verbotsschilder auf ihren Grundstücken aufzustellen, weil dort die Vorgärten auf dem Gassiweg ständig als Hundklos missbraucht werden. Es stinkt uns, äußern sich auch dort viele verärgerte Anwohner. Das gleiche Problem findet sich auf vielen Straßen im Stadtgebiet wieder, wie auch im #Stadtpark von Gütersloh. Von dort nehmen Kinder gerne, natürlich unbemerkt, kleine »Souvenirs« mit nach Hause. 

Warum die #Verwaltung und im Besonderen das Ordnungsamt der Stadt Gütersloh bei diesem massiven Problem bisher keinen Handlungsbedarf ankündigt und das stinkende Ärgernis durch verstärkte Kontrollen im Stadtgebiet unterbindet, ist und bleibt ein Rätsel. Gerade in Zeiten knapper Kassen müsste doch die Umsetzung eines bestehenden Gesetzes möglich sein. Immerhin kann Hundekot auch Krankheiten verursachen: Durch die in den letzten Jahren stärkere Verbreitung des Fuchsbandwurms in den gemäßigten Klimazonen Mitteleuropas kann vom Kot eines vom Fuchsbandwurm befallenen Hundes auch für den Menschen eine Gefahr ausgehen. Der trockene #Tierkot kann unbemerkt eingeatmet werden und damit auch die in ihm befindlichen #Bandwurmeier).

Gebühren

Seit 1. Januar 2010 gelten folgende Hundesteuersätze: 1 Hund 70 Euro, 2 Hunde 90 Euro je Hund, ab 3 Hunde 110 Euro je Hund für Hunde gemäß der Paragraphen 3 und 10 #Landeshundegesetz, 1 Hund 540 Euro, 2 Hunde 640 Euro je Hund, ab 3 Hunde 740 Euro je Hund für Hunde, die eine Verhaltensprüfung abgelegt haben beträgt die Steuer 280 Euro, Ansprechpartner im Fachbereich Ordnung der Stadt Gütersloh […].

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