Von KWS, Karla-Wagner-Stiftung, KWS History, 438.763 Views
#KWS #History: #Stadtgeschichte #Gütersloh – Kommunalwahl 2004
Am 26. September 2004 wählt Gütsel einen der zahlreichen Kandidaten für das Bürgermeisteramt und den Stadtrat der Stadt Gütersloh. Nicht uncharmant tituliert die Gütsler #SPD diese Wahl als »#Bürgermeisterinnenwahl«.
Ebenso zahlreich wie die Kandidaten für das wichtigste Amt der Stadt sind deren Profile. Während sich die amtierende #Bürgermeisterin Maria Unger durch persönliche #Beliebtheit und #Engagement hervortut, versuchen sich ihre Kontrahenten mehr oder weniger erfolgreich durch Inhalte, vermeintlich populistische Pointierungen oder – wie im Fall des allerdings schon im Vorfeld gescheiterten Reimar Wilkenloh von den »Grauen Panthern« – eher literarische Beiträge zu profilieren. Wir haben, um unseren Teil zur Meinungsbildung beizutragen, im Gespräch mit zahlreichen Privatpersonen und Unternehmern einen Fragebogen zusammengestellt, den die Bürgermeisterkandidaten gleichsam beantwortet haben. Um Missverständnissen vorzubeugen: Wir haben allen Parteien die Chance gegeben, eine Anzeige in diesem Themenumfeld zu schalten. Eine eventuelle Unausgewogenheit liegt in der Verantwortung der Parteien selbst.
Bürgermeisterin Maria Unger (SPD)
Ich werde mein Amt wie bisher gestalten, immer mit den Menschen und für die Menschen. Ich werde die Menschen beteiligen, ihnen zuhören, unsere Stadt gestalten und ich möchte die Bürger für Gütersloh begeistern. Das wird auch weiterhin meine Maxime sein. Unsere Verwaltung verstehe ich als Dienstleister für die Bürger und Bürgerinnen.
Bei mir stehen Reden und Handeln miteinander im Einklang. Das habe ich in den vergangenen Jahren bewiesen.
An Maria Unger ist »Der Mensch Maria« mit allen Stärken und Schwächen ganz sicher ein wesentliches Merkmal.
Wir pflegen im Vergleich zu anderen Städten ähnlicher Größenordnungen eine sehr maßvolle Steuerpolitik. Das gilt für das #Gewerbe ebenso wie für private #Haushalte. Auch bisher schon habe ich mich als Bürgermeisterin aktiv für die Ausweisung von Gewerbegebieten eingesetzt. Wirtschaftsförderung besteht zu einem hohen Anteil aus Kommunikation. Dies praktizieren wir sehr intensiv durch unsere Kommunikationsforen, den »Medientreff«, die Gewerbegebietsgespräche, durch die Aktion »Mittelstand trifft Rathaus« und auch durch den periodisch stattfindenden Mittelstandsempfang. Regelmässig besuche ich gemeinsam mit unserem Wirtschaftsförderer aus der Stadtverwaltung Gütersloher Betriebe.
Die Verantwortlichen unserer #Gesellschaft – und das gilt für alle Bereiche – müssen noch stärker Grundsätze vorleben, die man erkennen kann. Und alle müssen sich an das halten, was gemeinsam vereinbart worden ist.
a) Wir haben mehrere attraktive Plätze in unserer Stadt, unter anderem in der #Innenstadt den Theodor Heuss Platz mit seinem schönen #Brunnen. Aber ich freue mich auch immer wieder, wenn ich das Leben und die Menschen auf dem #Kolbeplatz und auch auf dem Berliner Platz beobachte. Und natürlich werde mich dafür einsetzen, dass der Konrad Adenauer Platz seinen Platzcharakter nach der Umgestaltung behält. Aber Plätze haben über ihren Verweilcharakter hinaus auch noch eine funktionale Bedeutung, zum Beispiel als #Marktplatz oder #Festplatz oder gelegentlich als Eislauffläche.
b) An einem eigenen #Spielort für das #Theaterprogramm führt auf Dauer kein Weg vorbei, wenn wir das bisherige Niveau beibehalten wollen. Wichtig ist aber auch, dass wir ein »Bündnis für Kultur« in unserer Stadt bilden, ein Netzwerk der Angebote, Anbieter und der Nutzer. Wir müssen uns gemeinsam Klarheit darüber verschaffen, welche Schwerpunkte wir als Stadt im kulturellen Bereich für die kommenden Jahre setzen wollen und mit Partnern finanzieren können. Die Situation, die durch den Bürgerentscheid des vergangenen Jahres entstanden ist, sollten wir als kreative Herausforderung für das Theaterprogramm insgesamt und darüber hinaus als Chance begreifen, inwieweit zum Beispiel auch andere Orte wie die Weberei oder die Freilichtbühne in ein attraktives Programm integriert werden können.
c) Wir haben in Gütersloh einige attraktive Ausstellungsflächen für Bildende #Kunst, zum Beispiel das #Veerhoffhaus. Wünschenswert wäre hier schon, zusätzliche Ausstellungsflächen zu gewinnen, aber in der heutigen Zeit im Hinblick auf Sponsoren aus meiner Sicht sicherlich nicht ganz einfach zu realisieren.
d) Ich habe in Zusammenarbeit mit unserem Wirtschaftsförderer das Leerstandsmanagement durch die Einberufung eines rundes Tisches initiiert. Nun liegt die Ausgestaltung in den Händen unserer Stadtmarketinggesellschaft. Ein weiteres wichtiges Projekt, die #Immobilien #Standort #Gemeinschaft, wird mit den Eigentümern jetzt intensiv angegangen. Dieses Instrument bietet große Möglichkeiten, eine Straße oder eine Passage gemeinsam mit den Eigentümern zu gestalten.
e) Wir verfügen in Gütersloh über ausreichende, gut erreichbare öffentliche Parkflächen. Als Bürgermeisterin habe ich die Interessen sowohl der Autofahrer als auch der Radfahrer und Fußgänger zu berücksichtigen. Hier die richtige Balance zu halten ist unsere Aufgabe in der Verwaltung und auch im Rat. Ich denke, das muss und wird uns auch in der Zukunft gelingen.
f) Die #Stadtmarketinggesellschaft hat 6 Gesellschafter, die #Stadt ist #Hauptgesellschafter. Eine vorrangige Aufgabe ist die Stärkung der Innenstadt. Hier müssen für eine noch effektivere Arbeit #zusätzliche #Gesellschafter ins Boot geholt werden. Dabei dürfen wir allerdings die Vernetzung mit den Akteuren in den Ortsteilen nicht aus den Augen verlieren.
g) Mit unserer #Jazzreihe und mit unseren #Meisterkonzerten sind wir führend in der Region. Wir sollten das anbieten, was wir gut können und von dem in der Region profitieren, was andere besser können. Ich möchte die Menschen in Gütersloh bitten, ihr Wahlrecht am 26. September 2004 auszuüben. Wählen gehen heißt auch »mitbestimmen« für die nächsten fünf Jahre.
Burkhard Brockbals (CDU)
Genauso machen wollen würde ich das Repräsentieren der Stadt bei öffentlichen Veranstaltungen. Allerdings würde mir bei dem Vielen, was ich anders machen möchte, dazu leider die Zeit fehlen. Anders zu machen – sprich zu verbessern ist die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürger. So müssen die Bürger in Entwicklungen früher eingebunden werden. Ein Beispiel dafür ist die Bebauung des Konrad Adenauer Platzes oder auch aktuell: die äußerst unglückliche Kommunikation zwischen den Betroffenen und der Verwaltung beim Bau des #Mobilfunksendemastes in #Friedrichsdorf. Ebenfalls zu verändern ist die Wirtschaftsförderung, die strategisch konzipiert werden muss. Die Basis dafür soll ein zu erarbeitendes Stärken Schwäche Profil von Gütersloh liefern. Unternehmensgründungen sind intensiv zu bewerben. #Wirtschaftsförderung muss mehr sein, als das Ausweisen neuer Gewerbeflächen oder die Senkung des #Gewerbesteuer Hebesatzes. Den Unternehmen muss auch ein »intelligentes« Umfeld geboten werden. Hierzu ist unter anderem eine Zusammenarbeit mit #Universitäten und #Hochschulen aufzubauen. Stärker fokussiert werden muss auch die Entwicklung Güterslohs als #Medienstandort.
Weil die CDU und ich für wirtschaftliche Kompetenz stehen, damit Arbeitsplätze erhalten bleiben und neue geschaffen werden. Weil für uns die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger erste Priorität hat. Wir gewährleisten, soweit das kommunal möglich ist, einen verantwortlichen Umgang mit dem demographischen Wandel. Wir setzen uns für kulturelle Lebendigkeit in einem unserer Stadt angemessenen Umfeld ein. Und schließlich, aber nicht zuletzt steht die CDU für eine aktive Bürgergesellschaft, die auf das Engagement jedes Einzelnen, von Familien, Vereinen, Unternehmen und auf das Ehrenamt setzt.
In Bezug auf das Bürgermeisteramt ist sicher relevant, dass ich ein kommunikativer Mensch bin. Mir liegt das Arbeitsgespräch mehr als die politische Rede. Gleichzeitig bemühe ich mich stets, in größeren Zusammenhängen zu denken. Ich kann Visionen entwickeln, und ich kann an Zielen festhalten.
Ich würde die Stadtmarketing GmbH in Ihrer Aufgabe unterstützen. Die Kräfte in Politik und Verwaltung müssen auf ein gemeinsames Ziel hin gebündelt werden, dass die Entwicklung Güterslohs maßgeblich nach vorne trägt. Dazu sind Leitideen zu entwickeln: Es reicht nicht mehr, die »Stadt im Grünen« zu sein; das müssen wir bleiben. Wir müssen aber auch die »Stadt der Familien« werden. Familienfreundlichkeit und Wirtschaftsförderung können zusammen ein strategisches Konzept ergeben, mit denen die Menschen in unserer Stadt die Chance auf eine positive Zukunft haben.
#Vetternwirtschaft umschreibt #Politik für eine bestimmte #Klientel. Sicher muss es Vertretung von Interessen geben. Sie darf aber nicht dazu führen, dass unsere Gesellschaft nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Ein Beispiel dafür ist der regulierte Arbeitsmarkt.
a) Die Belebung von Plätzen kann sicherlich durch Brunnen, welche zum Verweilen einladen, belebt werden. Nach meiner Überzeugung lebt eine Stadt auf ihren Plätzen jedoch mehr durch die Menschen, die in der Stadt leben und arbeiten. Wir müssen dafür sorgen, dass Arbeitsplätze in Dienstleistung und Verwaltung stadtnah möglich sind. So beleben diese Menschen im Alltag die Stadt und ihre Plätze. So finden die Pause und der Feierabend in einer lebendigen Stadt seinen Raum. Gleichzeitig kann der Einzelhandel so neue Kaufkraft erfahren.
b) Das #Gütersloher #Theater braucht eine neue Spielstätte. Und die Entscheidung hierüber darf nicht auf die lange Bank geschoben werden. Außerdem muss bei den Überlegungen das gesamte Quartier mit #Stadthalle und #Dreiecksplatz einbezogen werden.
c) Gerade im kulturellen Bereich sind individuelle Persönlichkeiten oft die treibenden und entscheidenden Kräfte. Einer Stadt kommt da mehr die Aufgabe zu, für das passende, Kreativität fördernde Umfeld zu sorgen und sich bietende Chancen zu nutzen. Sollte es also einmal die Möglichkeit für ein Kunstmuseum geben, muss man sich intensiv damit auseinandersetzen.
d) Die #Leerstände in Gütersloh sind nicht so häufig, dass sich ein aufwendiges Leerstandsmanagement rechtfertigt. Vielmehr würde eine Stärkung beziehungsweise die Strukturierung der Quartiere, wie in Bezug auf die Stadthalle und den Dreiecksplatz erwähnt, Leerständen hinreichend entgegen wirken.
e) Hierzu läßt sich an dieser Stelle nur Grundsätzliches sagen: In der Innenstadt muss der Verkehr wieder effizient fließen, denn der Sinn von Straßen ist, dass man auf ihnen Ziele erreichen kann. Diesem Grundsatz muss die Verkehrsführung folgen.
f) Die Gütersloh Marketing GmbH soll durch die deutliche Positionierung der Stadt dazu beitragen, den #Kreislauf von #Handel, #Wirtschaft, #Menschen und #Handwerk lebendig zu gestalten. Voraussetzung dafür sind definierte Aufgabenstellungen, ein geregeltes Budget und klare Kompetenzen. Grundsätzlich soll das Stadtmarketing zu allen relevanten Stadtthemen Position beziehen – zu konkreten Situationslösungen ebenso wie zur generellen #Stadtplanung und #Stadtentwicklung.
g) Auch hier gilt – und das Beispiel der Jazzreihe verdeutlicht das besonders gut: Kultur braucht kreative und bewegende Persönlichkeiten. Diesen Menschen muss ein entsprechendes Umfeld geboten werden. Am grünen Tisch geplante Kultur wird immer leblos bleiben. Jemand wie Josef Honcia ist ein Glücksfall. Und diesen Glücksfällen im Leben kann man nur hellwach entgegentreten und die damit verbundenen Chancen nutzen.
Die CDU war und ist die gestaltende Kraft in Gütersloh und sie muss wieder zur bestimmenden werden. Dieses Ziel ist nur erreichbar mit einer handlungsfähigen christdemokratischen Mehrheit im Rat und einem dieser Mehrheit entsprechenden Verwaltungschef – dem Bürgermeister Burkhard Brockbals.
Dr. Wolfgang Büscher (FDP)
Ich würde weniger repräsentative Termine wahrnehmen und stattdessen mehr Zeit verwenden auf die Leitung der Stadtverwaltung.
Die FDP will mit allen Mitteln den Wirtschaftstandort Gütersloh stärken, damit wieder mehr Menschen in Arbeit kommen. Wir setzen auf Wachstum statt auf Stillstand.
Ich bejahe das Leistungsprinzip, für meine Familie und mich wie auch für die öffentliche Verwaltung. Teamfähigkeit und Motivation sind für mich sehr wichtig. Oberste Priorität hat für mich die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger.
Die momentan desolate Wirtschaftsförderung der Stadt muss zur #Chefsache werden. Sie muss aktiv betrieben werden. Bürokratische Hemmnisse für Investoren müssen beseitigt werden, Behördenvorgänge müssen vereinfacht und schneller werden. Die FDP ist für die Ausweisung eines neuen zusammenhängenden Industriegebietes in der Nähe des #Flughafens, nördlich der Marienfelder Straße.
»Vetternwirtschaft« gibt es nicht nur in #Berlin und #Düsseldorf, sondern auch in Gütersloh. Ich kämpfe – hoffentlich nicht allein – dagegen an.
a) Unsere Gütersloher Plätze sind momentan wenig ansehnlich. In Paderborn hat man zum Beispiel durch Wasserspiele sehr viel positiv verändert. Wir in Gütersloh haben leider den einzigen #Brunnen vor der Martin Luther Kirche nach »Persil Angriffen« deutlich zurückversetzt.
b) Umbau am jetzigen Standort für 7 bis 10 Millionen Euro und damit ein funktionierendes Theaterhaus in moderater Größe für die nächsten 15 bis 20 Jahre. c) Private Initiativen wie die eines Kunstmuseums würde ich in jeder Form befürworten. Öffentliche Zuschüsse kann man kaum erwarten, weil selbst für bestehende Museen zu wenig Geld da ist.
d) #Leerstände im #Einzelhandel sind leider keine Besonderheit für Gütersloh. Patentrezepte zu finden, gelingt auch andernorts wenig. Interessante Geschäfte siedeln sich nur an, wenn Geld zu verdienen ist. Die Einflußnahme der Stadtverwaltung ist momentan gering. Zuviel wird über die zu hohen Ladenmieten verhindert. Ein wichtiger Punkt, den die Stadtverwaltung beeinflussen kann, ist die verkehrsmäßige Erschließung. Die FDP fordert deshalb eine bessere Erreichbarkeit der Innenstadt mit das Auto. Mehr Flächen für Kurzzeitparker würden zum Beispiel die Münster und untere Königstraße beleben. Eine sog. »Brötchentaste« an Parkscheinautomaten, die die erste halbe Stunde kostenfreies Parken erlaubt, wäre eine gute Neuerung. Zu viele »Knöllchen« vertreiben mögliche Kunden ins nahe Bielefeld.
e) siehe d). Tempo 30 Zonen auf Zugangsstraßen zur Innenstadt sind falsch. Vor der Stadtbibliothek ist ein Kreisverkehr in jedem Fall eine bessere Lösung als das gegenwärtige Chaos, das zu Verkehrsverstößen anleitet. Durchgangsverkehr nein – #Zielverkehr und #Quellverkehr ja.
f) Ein #Bürgermeister darf nicht #Regisseur des Stadtmarketings sein. Er kann Ideen und Hilfen einbringen, wichtig ist aber besonders, dass alle Interessengruppen [sic!] am Stadtmarketing aktiv beteiligt sind.
g) Wir haben in Gütersloh viele kulturelle Veranstaltungen wie zum Beispiel die langenachtderkunst oder den Gütersloher Sommer, die wie die Jazzreihe auszubauen sind. Unser Trumpf ist die Vielfalt an kleinen Veranstaltungen, es muss nicht immer die medienwirksame Großveranstaltung sein. Mein persönliches Wahlkampfmotto für Gütersloh heißt: Geht nicht – gibt’s nicht!
Norbert »Nobby« Morkes (BFGT)
Auf Veranstaltungen nett und freundlich auftreten, jedoch selbstgeschriebene Reden halten. Lächeln alleine nützt manchmal jedoch nichts, man sollte innerhalb des Verwaltungsvorstandes auch mal »auf den Tisch hauen«, um die Autorität des Bürgermeisters zu verdeutlichen. Als Ziele möchte und kann ich nur Vorhaben benennen, die auf Grund der gesetzlichen Vorgaben auch eigenverantwortlich, ohne die Zustimmung der #Politik (des Rates), in vollem Umfang umzusetzen sind. Dazu gehören: Umstrukturierung von Fachbereichen und Geschäftsbereichen (zum Beispiel Minimierung der Dezernate); In Abstimmung mit dem Betriebsrat und unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben für Betriebsbedingte Kündigungen eine »Verschlankung« der Verwaltung; Bürgerbefragung zur Neuorganisation der Verwaltungsangebote; Erstellung eines eigenen Profils (Hervorhebung von anderen Kommunen in #OWL durch besondere Aktivitäten und Entwicklungen zum Beispiel im Kulturbereich und Freizeitbereich); Einrichtung eines Bürgerrates (ohne politische Beteiligung – kein Gremium); Regelmäßiger Informationsaustausch mit Kindern und Jugendlichen (Fragestunden und Antwortstunden); Intensiver Informationsaustausch mit den Beiräten (Senioren, Jugendparlament, Rat für Integration); Keine Geheimniskrämerei, sondern offene Informationen der Bürgerschaft (regelmäßige Mediengespräche); Enge Zusammenarbeit und gleichberechtigte Behandlung aller im Rat vertretenen Fraktionen (Informationen und Gespräche zu gleicher Zeit – keine Vorabinformationen) Weil die #BFGT eine Garantie für Mitbestimmung sind. Der Bürgerentscheid gegen den Theaterneubau und das Bürgerbegehren zur Öffnung der Blessenstätte stellen dies unter Beweis. Kandidieren werde ich zwar im Rahmen der Bürgermeister Wahl, doch wird der Titel bei einem erfolgreichen Ausgang für mich nur auf dem Papier stehen … die Bürger wollen keinen Meister, sie haben genug Lehrjahre hinter sich – die Bürger wünschen sich jemanden, der sie vertritt und der ihre Interessen verwaltet. Ich möchte nicht ihr Meister, sondern ihr Vertreter werden.
Diese Frage sollten lieber andere beantworten.
#Wirtschaftsförderung ist »Chefsache«. Der direkte Dialog mit den ortsansässigen Unternehmen ist zu intensivieren um zum Beispiel auf Steuerrückzahlungsforderungen in Millionenhöhe seitens der Großunternehmen rechtzeitig reagieren zu können. Forderungen dieser Art entstehen nicht über Nacht. Einrichtung eines Wirtschaftsrates (ohne politische Beteiligung – kein Gremium) – intensiver Dialog mit Unternehmen aller Bereiche (Handwerksbetriebe und Mittelstand, Kaufmannschaft, Großunternehmen). Für unsere Stadt sind unter anderem folgende Punkte eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg: unabhängige Handlungsweise und mehr Kompetenz für die Wirtschaftsförderung in Bezug auf Grundstücke, Planung und Bauordnung, vereinfachte und beschleunigte Genehmigungsverfahren. Für Existenzgründer könnten im Wege des Erbbaurechtes preisreduzierte Flächenangebote zusätzliche Anreize zu schaffen. Zu einer erfolgreichen und optimal funktionieren Wirtschaftsförderung gehört eine konsequent sparsame Haushaltspolitik, die eine Senkung der Steuern und Abgaben ermöglicht. Unter Voraussetzung einer verbesserten Haushaltslage ist eine Senkung der Gewerbesteuer ein langfristiges Ziel, um die vorhandenen Betriebe zu entlasten und ansiedlungswilligen Unternehmen einen zusätzlichen positiven Standortfaktor zu bieten. Sofern keine drastische Verschlechterung des städtischen Haushaltes eintritt, wird eine Erhöhung der Hebesätze abgelehnt.
Ich habe in Gütersloh keine Vettern. Sofern es dafür innerhalb der Verwaltung Anhaltspunkte geben sollte, wird der Sache selbstverständlich nachgegangen.
a) Unsere großflächigen Plätze sollten in kleinere Einheiten verwandelbar sein, zum Beispiel durch bewegliche Pflanzkübel und künstlerisch gestaltete Windschutz /Trennwände. Hier können auch die heimischen Künstler mit eingebunden werden. Wer dies aus »städtebaulicher Sicht« verhindern möchte und dadurch Gastronomen die Ausweitung ihres Angebotes erschwert, handelt gegen den Leitsatz, unsere Innenstadt attraktiver zu gestalten und lebendiger werden zu lassen. Pulsierendes Leben und nicht tote Pflastersteine machen letztendlich eine Stadt attraktiv. Auch Freizeitgestaltung in der Innenstadt ist möglich. zum Beispiel Bouleplatz auf dem Dreiecksplatz, mobiler Skaterparcours vor der Stadthalle sowie anwendungsfreundliche Spielgeräte entlang der Königstraße und auf dem Kolbeplatz. Das Anlegen von kleinen Spielfeldern (zum Beispiel Mühle, Dame, Schach) auf dem Berliner Platz wäre ebenfalls eine Bereicherung. Mehr öffentliche Bestuhlung/ Bänke sowie zusätzliche Bepflanzung in Form von Blumeninseln sollen die Menschen auch zum Verweilen einladen. Auch Brunnen würden der Innenstadt ein anderes Flair geben. Es kommt auf die Gestaltung an. Hier sind Architekten gefragt, um entsprechende Vorschläge einzureichen.
b) Den #Beckmann #Wiczkowiak #Entwurf: Statt 30 Millionen Euro plus bis heute weiterhin unbekannter Zusatzkosten für einen überdimensionierten Neubau auszugeben und damit die Schuldenlast der Stadt weiter zu erhöhen, besteht durch diese Planungen die Möglichkeit, eine auf die Bedürfnisse unserer Stadt konzipierte multifunktionale Spielstätte zu errichten. Für 1 Drittel der geplanten Summe (10 Millionen Euro) würden Räumlichkeiten entstehen, die mit ihren modernsten technischen Möglichkeiten in kooperativer Zusammenarbeit mit der Stadthalle die besten Voraussetzungen für die Bereicherung unseres Kulturlebens und Veranstaltungslebens schaffen können.
c) Sehr gute Idee. Wir sollten uns jedoch kein Beispiel an Bielefeld nehmen, sondern ein auf unsere Stadt zugeschnittenes Profil entwickeln. Vor rund 3 Jahren war ich zusammen mit Gütersloher Künstlern im Güterbahnhof, um eine ähnliche Idee zu erörtern. Zusammen mit offenen Ateliers würde hier die Möglichkeit bestehen, einen zentralen Ort zu schaffen. Finanzierung: Es müssen nicht immer die Unternehmen sein, die gefragt werden. Bei einem guten Konzept sollte es uns gelingen, auch Privatpersonen zu gewinnen. Es gibt viele Möglichkeiten, Bürger für die Kultur zu begeistern und somit auch zu gewinnen.
d) Wir benötigen kein aufwendiges und somit auch teures Leerstandsmanagement. Den Gütersloher Maklern ist bekannt, welche Geschäfte frei werden und wie sie vermarktet werden können. Verstärkt sollte sich die Wirtschaftsförderung in Zusammenarbeit mit der Planung darum bemühen, die Situation des Einzelhandels durch attraktive Rahmenbedingungen deutlich zu verbessern. Eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit kann dafür werben, dass unsere Stadt als Einkaufsstadt von auswärtigen Kunden verstärkt wahrgenommen und angenommen wird. Die Voraussetzungen für die Betreibung von Biergärten oder Straßencafés sind durch die Vereinfachung von Genehmigungen und weniger Auflagen für die Außengastronomie zu schaffen. Die BFGT wird sich für eine Senkung der Gebühren in Bezug auf die Nutzung städtischer Flächen vor Cafés, Imbissstuben, Kneipen, Restaurants, et cetera einsetzen.
e) Zu einer lebendigen Innenstadt gehört eine sinnvolle Verkehrsführung, die den Kompromiß zwischen den Interessen der Anlieger, der Kaufleute in der Innenstadt und den Besuchern unserer Stadt sucht. Wir werden uns für die Verbesserung der Straßenführung von innerstädtischen Einbahnstraßen und Sackgassen – wie Moltkestraße, Feldstraße einsetzen, damit sich diese nicht weiter als »Fallen« für Auswärtige darstellen. Die Öffnung des Kreuzungsbereiches Blessenstätte hat dabei oberste Priorität. Durch kostenloses Kurzzeitparken (»Brötchentaste«) und die Erweiterung von Ermäßigungen in Verbindung mit Einkauf oder Verzehr in der Gastronomie wird die Innenstadt für Besucher attraktiver.
f) Auch Stadtmarketing ist »Chefsache« und darf nicht weiter zu einem politischen Spielball der etablierten Parteien werden. Außer Kosten wurden seitens der Gütersloh Marketing GmbH bisher kaum eigenständige Ideen produziert und umgesetzt. Die angekündigten Erfolge blieben aus. Neben der Stadt Gütersloh als Hauptgeldgeber sind nur 6 weitere Vereine und Verbände als Gesellschafter eingetragen. Vom städtischen Zuschuß werden über 50 Prozent für Personalkosten verwandt. Eine Neustrukturierung ist erforderlich, wobei eine spezifische Zielsetzung unbedingt festzulegen ist. Die Übertragung der eigentlichen Aufgaben an private Agenturen ist unter Einbeziehung eines Kostenvergleichs zu prüfen. Einsparungen bei Peronalkosten sollten im Rahmen eines gesamtstädtischen Stadtmarketings anteilmäßig den Vereinen und Institutionen in den Ortsteilen zur Verfügung gestellt werden.
g) Wir müssen uns ein eigenes Profil geben. Die weit über die Grenzen unserer Stadt herausragende Jazzreihe sollte zu einem überregionalen Kulturevent (#Jazz #Festival) ausgebaut werden. Für Jüngere ist ein 2tägiges Open Air Festival mit internationaler Besetzung zu etablieren. Auf dem stillgelegten Flughafengelände bestehen dazu die besten Voraussetzungen. Ein zum Beispiel in den Sommerferien durchgeführtes Festival mit Straßenmusikanten, Gauklern und freien Theatergruppen auf Plätzen und Straßen unserer Stadt (auch in den Ortsteilen) würde ebenfalls für überregionale Aufmerksamkeit sorgen. Wahlprogramme klingen manchmal fast wie Märchen. Wir setzen uns für dies ein und werden das angehen. Wir tun, wir machen, wir wollen … Rufen Sie die Entscheidungen und Stellungnahmen der jeweiligen Fraktionen ab. Die Protokolle von Ratssitzungen und Ausschusssitzungen finden Sie im #Internet auf der städtischen Homepage. Vergleichen Sie die Arbeit der Fraktionen mit den Wahlaussagen der Parteien aus dem Jahre 1999. Die Wähler sollten sich kein X für ein U vormachen lassen. Die Wahlprogramme aller Parteien und Wählergemeinschaften sollten sorgfältig studiert werden. Danach kann jeder für sich selbst und für unsere Stadt am 26. September 2004 die richtige Wahl treffen. Gutes Wählen!
Hans Peter Rosenthal (»Die Grünen«)
Ich würde die #Menschlichkeit der jetzigen Bürgermeisterin fortsetzen, aber mit #Professionalität und #Zielstrebigkeit an die Gestaltung der Zukunft herangehen. Meine Partei wie auch ich gestalten auf der Basis wichtiger Werte unsere #Politik. #Nachhaltigkeit und Sicherung eines guten Lebens stehen für uns an erster Stelle. Wir gehen mit viel Erfahrungen und Kompetenz an unsere Aufgaben heran. Schwer, dass ich selbst diese Frage beantworten soll. Fragen Sie doch bitte besser meine politischen Freunde oder meine Familie.
Wichtig sind der weitere Ausbau der Wirtschaftsförderung und des Marketings. Die Stadt muss mehr Aufträge an die hiesige Wirtschaft vergeben, auch deshalb, um durch Unterhaltungsmaßnahmen die städtische Substanz und damit unser Vermögen zu sichern. Wichtig sind auch die Bildungsangebote, hier streben wir die Ansiedlung von Hochschulabteilungen für Gütersloh an.
Schlimm, wenn es auch in Gütersloh wirklich so ist. Zählen dürfen in der Politik nur #Ehrlichkeit und zum Beispiel bei #Vergaben nur #Wirtschaftlichkeit unter #Einhaltung sozialer und ökologischer Standards.
a) Brunnen, wieso nicht? Beim Berliner Platz stelle ich mir vor allem eine Belebung durch Gastronomie vor. Der an sich schöne Kolbeplatz braucht mehr Stadtgrün. Und der #Dreiecksplatz, ein Kleinod in Gütersloh – nicht nur in der Woche der kleinen Künste – darf nur behutsam umgestaltet werden.
b) Wir »Grüne« streben einen Umbau des Theaters an, den die Bürger akzeptieren und der die frühere Paul Thöne Halle wiedererkennen läßt. Die Kosten sind rund zur Hälfte privat zu übernehmen, sodass für die Stadt höchstens 10 Millionen Euro bleiben – 7,5 Millionen haben wir schon zurückgelegt. Der spätere Spielbetrieb ist stärker als bisher privat zu organisieren – etwa durch eine Kultur GmbH.
c) Wenn das so ist, dann sollten wir das tun. Insgesamt stelle ich mir einen multifunktionalen Theaterbau vor, sodass hier auch Ausstellungen stattfinden können.
d) Wir brauchen eine Stadtgestaltung, die Gütersloh ein markantes, unverwechselbares Gesicht gibt. zum Beispiel könnte ich mir eine Überdachung der Spiekergasse vorstellen, wodurch der Einzelhandel eine Steigerung der Attraktivität erfahren wuerde. Nur, die Stadt allein kann solche Projekte nicht stemmen. Hier bedarf es der Unterstützung durch Handel und Unternehmen, die ja hierdurch auch profitieren würden.
e) Mal ehrlich, die #Parkplatzsituation ist doch in Gütersloh gut! Wann finden Sie keinen Abstellplatz für Ihr #Auto – und das zu günstigen finanziellen Bedingungen.
f) Zum Beispiel attraktive Veranstaltungen nach Gütersloh holen, mehr Identifikation mit #Gütsel herstellen. Und vor allem, alle Marketinginitiativen vernetzen und in die GmbH integrieren.
g) Wir streben einen #Campus für #Bildung und #Kultur an, der aus der Volkshochschule, der #Stadtbibliotek und zum Beispiel #Hochschulabteilungen besteht. Dies könnte ein kulturelles Spezifikum und Highlight für Gütersloh werden! Und wenn wir dann noch ein lebendiges Theater für Bürger und von Bürgern mitgetragen und gestaltet haben, dann stünden wir sicher kulturell in beneidenswerter Situation da. Ich wünsche mit noch mehr Schwung für den Wahl»kampf«. Und für die »Grünen« ein Ergebnis im zweistelligen Bereich, sodass – wie bislang – nur mit uns eine vernünftige, zukunftsorientierte Politik betrieben werden kann.
Wir danken allen Kandidaten für die ausführliche Beantwortung der Fragen, zeigen sie doch größtenteils, wie die Kandidaten im Fall des Wahlerfolgs konkret an die Aufgaben herangehen wollen, die ihnen die Gütsler aufgeben. Bei der Wahl am 26. September 2004.
#NOW #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE #VISITGÜTERSLOH #VISITGT #NIEWIEDERISTJETZT
