Von KWS, Kunst und Kultur, Satire, 3.820 Views
Das internationale Freundschaftsspiel
#Fußball ist heute ein globales #Spiel. Das merkt man nicht nur an den Spielern, sondern auch an den Namen.
Vergangenen Samstag schaltete ich ein internationales Freundschaftsspiel ein. Eigentlich wollte ich nur kurz die 2. Halbzeit sehen. 2 Stunden später saß ich immer noch vor dem #Fernseher und war mir nicht mehr sicher, ob ich gerade #Sport, eine #Kochsendung oder einen #Reisebericht verfolgte.
Der Kommentator legte jedenfalls los wie immer: »#Capelletti eröffnet auf #Fusilli. Fusilli weiter auf San Marzano. San Marzano mit einem schönen Diagonalball auf #Burrata. Burrata behauptet sich stark gegen #Gazpacho und spielt zurück auf #Genovese.«
Ich nickte. Das klang plausibel.
Warum auch nicht?
Der Ball lief jetzt flüssig durch die Reihen. Genovese auf #Tonno. Tonno auf #Cappuccino. Cappuccino weiter auf Macchiato. Macchiato lässt #Kyoto stehen und verlagert auf #Sangria.
»Wunderbar gespielt!«
Fand der Kommentator auch.
Sangria marschierte die linke Seite entlang und bediente Tortilla, der sofort auf San Miguel weiterleitete. San Miguel steckte durch auf Valencia. Valencia wollte querlegen, doch Marrakesch war dazwischen.
Starke Defensivaktion von Marrakesch.
Der Mann spielte ohnehin eine herausragende Partie.
In der 23. Minute wurde es erstmals gefährlich.
Fusilli auf Carbonara.
Carbonara auf San Marzano.
San Marzano auf Tonno.
Tonno mit der Hacke auf Burrata.
Burrata auf Cappuccino.
Cappuccino schickt Macchiato.
Macchiato sieht den freien Genovese.
Genovese zieht ab.
Capelletti hält.
Capelletti hielt heute einfach alles.
Der Kommentator war außer sich.
»Capelletti! Was für Reflexe von Capelletti! Der Mann ist eine Wand!«
Ich hatte inzwischen Hunger.
Das Spiel ging weiter.
#Mallorca kam für Sangria.
#Espresso ersetzte Cappuccino.
Sake kam für Kyoto.
Patagonia für Marrakesch.
Niemand schien das seltsam zu finden.
Im Gegenteil.
Die Experten diskutierten ernsthaft darüber, ob Patagonia auf der rechten Seite besser zur Geltung käme als Marrakesch.
Kurz nach der Pause entwickelte sich ein Angriff, der als einer der schönsten Spielzüge des Jahres in Erinnerung bleiben sollte.
Carbonara auf Fusilli.
Fusilli auf San Marzano.
San Marzano auf Pesto Genovese.
Genovese auf Tonno.
Tonno auf Macchiato.
Macchiato auf Burrata.
Burrata auf Tortellini.
Tortellini auf Tagliatelle.
Tagliatelle zurück auf Genovese.
Genovese auf Bruschetta.
#Bruschetta lässt #Gazpacho aussteigen.
#Flanke auf Burrata.
Kopfball.
Pfosten.
Der Abpraller landet bei Tonno.
Tonno zieht sofort ab.
Doch plötzlich grätscht Gnocchi dazwischen.
Niemand hatte mit Gnocchi gerechnet.
»#GNOCCHI!« schrie der Kommentator.
»GNOCCHI GRÄTSCHT DAZWISCHEN! WELTKLASSE VON GNOCCHI!«
Das #Stadion tobte.
Die Zuschauer sangen offenbar bereits seit mehreren Minuten den Namen des Verteidigers.
»Gnocchi! Gnocchi! #Gnocchi!«
Es klang eher wie die Speisekarte eines italienischen Familienrestaurants als wie eine Fankurve.
In der Schlussphase wurde das Spiel zunehmend hektisch.
#Mallorca auf San Miguel.
San Miguel auf Gazpacho.
Gazpacho auf #Valencia.
Valencia auf Kyoto.
Kyoto auf #Sake.
Sake auf Patagonia.
Patagonia verliert gegen Bruschetta.
Bruschetta auf Carbonara.
Carbonara auf Fusilli.
Fusilliiiiiiiiiiiii … und wieder ist Gnocchi dazwischen.
Der Mann war überall.
Als der Schiedsrichter schließlich abpfiff, stand es 1 zu 0.
Torschütze: Burrata.
Vorlage: Genovese.
Spieler des Tages: Gnocchi.
Ich schaltete den #Fernseher aus und stellte fest, dass ich gleichzeitig Lust auf #Fußball, #Pasta, #Tapas, #Rotwein, #Espresso und einen #Urlaub am #Mittelmeer hatte.
Das war vermutlich die beste internationale Begegnung, die ich je gesehen hatte.
#NOW #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE #VISITGÜTERSLOH #VISITGT #NIEWIEDERISTJETZT
