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Foto: Christian Schröter, CC BY SA

KWS History: Stadtgeschichte Gütersloh – die Buchdruckerei und Offsetdruckerei Ludwig Flöttmann

Von KWS, Karla-Wagner-Stiftung, KWS History, 5.529 Views

#KWS #History: #Stadtgeschichte #Gütersloh – die Buchdruckerei und Offsetdruckerei Ludwig Flöttmann

#Gütersloh, 10. Juli 2026

Kaum ein Unternehmen steht so exemplarisch für die Entwicklung Güterslohs zur #Druckstadt und #Medienstadt wie die #Buchdruckerei und #Offsetdruckerei #Ludwig #Flöttmann. Über mehr als 130 Jahre prägte das Familienunternehmen die wirtschaftliche und publizistische Geschichte der Stadt – von den Anfängen des Steindrucks bis in das digitale Zeitalter.

Die #Geschichte beginnt im Jahr 1866, als der gelernte Steindrucker Ludwig Flöttmann in Gütersloh #Sundern eine eigene #Steindruckerei gründete. Sein #Handwerk hatte er zuvor im Hause #Bertelsmann erlernt, nachdem dort der Steindruck aufgegeben worden war. Bereits wenige Jahre später entwickelte sich aus dem kleinen Betrieb ein bedeutendes Unternehmen der regionalen Druckindustrie.

1879 verlegte Flöttmann den Betrieb an die #Kökerstraße, unmittelbar neben dem heutigen #Stadtmuseum. Dort entstanden nicht nur Werbedrucksachen und Geschäftsdrucke, sondern auch zahlreiche Publikationen mit großer Bedeutung für Gütersloh. Bereits 1890 übernahm Flöttmann die »Gütersloher Zeitung«, die über Jahrzehnte im eigenen #Druckhaus hergestellt wurde. Im Jahr 1903 erschien hier außerdem das erste Adressbuch der Stadt Gütersloh – bis heute eine unverzichtbare Quelle für Heimatforschung und Familienforschung. Hinzu kamen die weit verbreiteten Flöttmann Taschenfahrpläne, die für zahlreiche Städte veröffentlicht wurden.

Mit dem wirtschaftlichen Wachstum Güterslohs modernisierte sich auch das Unternehmen. Bereits Mitte der 1920er Jahre begann Flöttmann mit der Umstellung vom traditionellen Steindruck auf den damals hochmodernen #Offsetdruck. Zu den wichtigsten Auftraggebern gehörten unter anderem Miele und zahlreiche weitere Industriebetriebe der Region. Während Bertelsmann vor allem Bücher und Verlagsprodukte herstellte, entwickelte sich Flöttmann zu einer #leistungsfähigen Akzidenzdruckerei für Geschäftsdrucksachen, Prospekte, Formulare und Werbematerialien – ein unverzichtbarer Partner der örtlichen #Wirtschaft.

1928 entstand an der heutigen #Schulstraße ein neuer #Druckereibau, der zu den bedeutendsten Industriegebäuden des Gütersloher Funktionalismus zählt. Die klare #Architektur mit ihren großzügigen Fensterflächen folgte den Ideen des »Neuen Bauens« und bot optimale Arbeitsbedingungen für die modernen Druckmaschinen. Bis heute erinnert der erhaltene goldene Fassadenschriftzug »Buchdruckerei Offsetdruckerei Ludw. Flöttmann« an die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes. Seit 1994 steht das markante Bauwerk unter #Denkmalschutz.

Auch nach dem Ende des eigentlichen Druckereibetriebs im Jahr 1999 blieb der Name Flöttmann erhalten. Aus dem traditionsreichen Unternehmen entwickelte sich der heutige Flöttmann Verlag, der weiterhin Bücher, Bildungsmedien und digitale Angebote veröffentlicht und damit die über 150 jährige Unternehmensgeschichte fortführt.

Die Druckerei Ludwig Flöttmann war weit mehr als ein Produktionsbetrieb. Gemeinsam mit Bertelsmann, Schmäling & Ohlbrock und weiteren Druckereien trug sie entscheidend dazu bei, dass sich Gütersloh schon früh zu einem bedeutenden Zentrum der Druckwirtschaft, Verlagswirtschaft und Medienwirtschaft entwickelte – ein Wirtschaftszweig, der das Selbstverständnis der #Stadt bis heute prägt.

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