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KWS History: Gütersloher Brauerei – vom Bier zur Stadthalle

Von KWS, Karla-Wagner-Stiftung, KWS History, 4.699 Views

#KWS #History: #Gütersloher #Brauerei – vom #Bier zur #Stadthalle

#Gütersloh, 19. Juli 2026

Mitten in Gütersloh, auf dem Gelände der heutigen Stadthalle, befand sich einst eine der bedeutendsten Brauereien der Stadt. Die Gütersloher Brauerei an der #Friedrichstraße wurde vom Kaufmann Richard Plange gegründet und nahm 1868 ihren Betrieb auf. Schon bald machte sich das Unternehmen mit einem Bier einen Namen, dessen #Qualität weit über die Stadtgrenzen hinaus gelobt wurde.

Zum #Stadtbild gehörten damals auch die eindrucksvollen #Bierwagen, die von prächtigen #Schimmelgespannen durch #Gütersloh gezogen wurden. Sie belieferten #Gastwirtschaften und #Händler und machten die Brauerei zu einem sichtbaren Bestandteil des Alltagslebens.

Wie viele kleinere Brauereien geriet jedoch auch die Gütersloher Brauerei im frühen 20. Jahrhundert zunehmend unter den Druck größerer Wettbewerber. In den 1920er Jahren musste der Betrieb schließlich eingestellt werden. Die Gebäude wurden anschließend von den #Gütersloher #Margarinewerken übernommen, die dort ihre Produktion aufnahmen.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 erhielt das Gelände eine völlig andere Funktion. Es diente als zentraler Versammlungsort der Hitlerjugend sowie weiterer nationalsozialistischer Parteiorganisationen. Damit wurde das ehemalige Industrieareal Teil der politischen Infrastruktur des NS Regimes.

Auch die Margarinefabrik bestand nicht dauerhaft. Nach ihrer Schließung nutzte die Stadt Gütersloh die weitläufigen Gebäude für unterschiedlichste Zwecke. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann schließlich die grundlegende Umgestaltung des Geländes.

Ein Teil der Gebäude an der #Barkeystraße wurde abgerissen, um Platz für die Paul Thöne Halle zu schaffen, aus der später das #Theater der Stadt Gütersloh hervorging. 1967 verschwanden schließlich auch die letzten Gebäude der ehemaligen Brauerei und Margarinefabrik. Damit war der Weg frei für den Bau der neuen Stadthalle, die bis heute zu den wichtigsten Veranstaltungsorten Güterslohs gehört.

So wandelte sich das Gelände innerhalb von rund 100 Jahren mehrfach grundlegend: von einer erfolgreichen Brauerei über einen #Industriestandort und einen Ort nationalsozialistischer Organisationen bis hin zu einem kulturellen Mittelpunkt der Stadt. Die Geschichte der Gütersloher Brauerei steht damit beispielhaft für den tiefgreifenden Strukturwandel, den Gütersloh im 19. und 20. Jahrhundert erlebt hat.

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