Von KWS, Tiere, Pflanzen, Natur, Botanischer Garten Gütersloh, 11.569 Views
Botanischer Garten Gütersloh – der Dufttunnel, »100 Jahren Botanischer« (2012)
#Gütersloh, 2012
»Kunst für feine Nasen«
Ein sinnlicher Rundkurs – der Dufttunnel des weltbekannten dänischen Künstlers Ólafur Elíasson ist ein Geruchsspiel der besonderen Art. An dem polierten Stahl ranken sich die schönsten Kletterpflanzen hoch.
Der Künstler Ólafur Elíasson ist weltweit für seine spektakulären #Inszenierungen bekannt: Ausgefallene Ideen wie zum Beispiel »The Weather Project« – #Wasserkaskaden in New York, die sich an verschiedenen Stellen, etwa von der Brooklyn Bridge aus in den East River ergießen – setzt der #Däne auf seine Art um. Ólafur Elíasson spielt mit Phänomenen der #Natur – #Licht, #Wasser, #Gerüche und deren Reflexionen stellt er in eine neue Dimension.
Auch in Güterslohs Botanischen Garten hat das künstlerische Multitalent aus #Dänemark seine Spuren hinterlassen: Im Rahmen des #Expo Projekts »Garten Landschaft OWL« hat Elíasson im Jahr 2000 einen »#Geruchstunnel« entworfen. Die spezielle Anordnung der stark riechenden Pflanzen erzeugt ein einzigartiges Dufterlebnis. Seit 12 Jahren definieren sich die duftenden #Pflanzen an dem transparenten zwölfeckigen Stahlgerüst zu jeder Jahreszeit neu. Ein Geruchsspiel der besonderen Art, das niemals langweilig wird. An dem polierten Stahl ranken die schönsten Kletterpflanzen hoch und doch bleibt der Gesamteindruck der klaren Form erhalten.
Der »Tunnel« erweist sich als schmaler Laubengang mit einer Mittelinsel, auf deren Rund Besucher ebenfalls #Duftkompositionen einatmen können, die sonst wohl eher selten nebeneinander zu finden sind. Denn Elíasson setzt mitnichten nur auf #Kletterrosen und #Lavendel. Sein »Gerüche Kosmos« umfasst Pflanzen, deren Namen allein schon wie Poesie klingen: Alyssum montanum, Convallaria majalis, Viola odorata oder Lilium candidium, Narcissus poeticus und Lonicera Japonica. Bevorzugt sind Sorten, die das ganze Jahr über blühen und natürlich duften. Das ist #Kunst, die in der Nase kitzelt, die Sinne schärft und die begehbar ist. Kunst, die wächst und sich entwickelt und immer neue Facetten schafft – ein ausgeklügeltes Konzept von Objekt und Natur mit olfaktorischen Harmonien, geschaffen von einem Gegenwartskünstler.
Der 45 jährige dänische Künstler mit isländischer Herkunft hat heute sowohl einen Wohnsitz in #Berlin wie auch in #Kopenhagen. Schon während seines Kunststudiums an der Königlichen Dänischen Kunstakademie knüpfte er die ersten Kontakte nach Deutschland: Er stellte bei befreundeten Galeristen in Berlin aus und gelang wenige Jahre später an die Universität der Künste. Der Künstler hält seine Lehrveranstaltungen allerdings nicht an der Universität ab, sondern arbeitet mit den Studenten in seinen eigenen Räumlichkeiten: Elíasson betreibt ein Studio in einer alten Fabrikhalle, in dem er mehr als 40 Mitarbeiter beschäftigt. Sie kümmern sich um die Umsetzung seiner künstlerischen Ideen.
Seine Kunstwerke sind prägend und meistens von tiefer Bedeutung. Unter anderem färbte Elíasson zahlreiche Flüsse an verschiedenen Orten der Welt mit ungiftigen Farbstoffen ein. Das Projekt »Green River« lief über einen Zeitraum von 3 Jahren und weckte so die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Auch die Erstellung des Dufttunnels für den Botanischen Garten Gütersloh ist ein Meilenstein in seiner künstlerischen Laufbahn: Fünf Jahre später folgten große Projekte in Berlin und München. Neben einer außergewöhnlichen Treppe schuf er eine Glasfassade für die Bayrische Staatsoper. In Frankfurt am Main hingegen setzte er mit ausgefallenen #Lichtinstallationen neue Maßstäbe.
Seine vielfältigen Projekte rund um das Thema #Natur finden zahlreich Anklang: Mit seinen Ausstellungen in #Venedig, New York, #London sowie in #Karlsruhe, #Hamburg, #Wolfsburg, Berlin, #München oder Frankfurt am Main hat er weltweites Ansehen erlangt. Das spiegelt sich auch in seinen zahlreichen Ehrungen wider. Bereits 1997 erhielt er den Bremer Kunstpreis, 5 Jahre später wurde der Künstler für den »Hugo Boss Price« nominiert. Im Jahr 2006 zeichneten ihn die #Österreicher mit dem »Friedrich Kiesler Preis« aus.
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