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KWS History: Stadtgeschichte Gütersloh – die Geschichte von »Gloria« begann 1945 in Gütersloh

Von KWS, Karla-Wagner-Stiftung, KWS History, 3.101 Views

#KWS #History: #Stadtgeschichte #Gütersloh – die #Geschichte von »#Gloria« begann 1945 in Gütersloh

#Gütersloh, 3. September 2026

Wer kennt sie nicht, die roten #Feuerlöscher mit dem markanten weißen Schriftzug »Gloria«? Sie hängen in #Schulen und #Fabriken, in #Bürogebäuden, #Geschäften und öffentlichen #Einrichtungen. Das Unternehmen verbindet man heute vor allem mit #Wadersloh und #Marienfeld.

Doch die Geschichte von Gloria begann ganz woanders: in Gütersloh. Und zwar in einem #Gartenhaus. 1945, unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, gründete Heinrich Schulte Frankenfeld in Gütersloh den Betrieb, aus dem später die Gloria GmbH hervorgehen sollte. Von einem internationalen Hersteller von Brandschutztechnik konnte damals noch keine Rede sein. Der kleine Betrieb beschäftigte sich zunächst mit #Reparaturen von #Feuerlöschtechnik und #Pflanzenschutzgeräten.

Damit gehört »Gloria« zu den Unternehmen, deren Ursprung Teil der Gütersloher Nachkriegs und Wirtschaftsgeschichte ist – auch wenn diese Verbindung heute weitgehend in Vergessenheit geraten ist.

1946: Aus der Werkstatt wird eine »#Spezialfabrik«

Schon ein Jahr nach der Gründung wurde das Geschäft erweitert. 1946 begann das junge Unternehmen zusätzlich mit dem Handel und verkaufte #Pflanzenspritzen und Feuerlöscher.

Die ersten Hilfskräfte wurden eingestellt. Das Gartenhaus reichte bald nicht mehr aus, größere Geschäftsräume wurden bezogen.

Bemerkenswert ist das Tempo der Entwicklung: Deutschland lag in Trümmern, Rohstoffe und Produktionsmittel waren knapp – und dennoch entstand aus dem kleinen Gütersloher Reparaturbetrieb innerhalb weniger Jahre ein wachsendes Unternehmen.

Ein #Gasmaskenfilter wird zum #Verkaufsschlager

Eine besonders typische Geschichte aus der unmittelbaren Nachkriegszeit stammt aus dem Jahr 1947. Heinrich Schulte Frankenfeld kam auf die Idee, Filter aus den damals weit verbreiteten Volksgasmasken für ein neues Produkt zu verwenden. Daraus entstand ein Handzerstäuber für den Pflanzenschutz. Improvisation wurde zum Geschäftsmodell: Ein Bauteil aus einem Relikt des Krieges bekam eine vollkommen neue, friedliche Verwendung. Der Handzerstäuber entwickelte sich zum Verkaufsschlager.

Und »Gloria« wuchs.

Schon 1948 arbeiten 50 Menschen für »Gloria«

Nur 3 Jahre nach der Gründung beschäftigte das Unternehmen bereits rund 50 Mitarbeiter. Aus dem 2 Mann Betrieb im Gütersloher Gartenhaus war damit innerhalb kürzester Zeit ein mittelständischer Betrieb geworden. Die Entwicklung setzte sich in den 1950er Jahren fort. Schließlich wurden auch die vorhandenen Räume zu klein. »Gloria« verließ Gütersloh und zog nach Wadersloh, wo das Unternehmen in eigenen Betriebsgebäuden produzierte. Ende 1955 lag der Jahresumsatz bereits bei rund 2 Millionen D Mark.

Von Wadersloh in die Welt

In den 1960er Jahren wurde aus dem regionalen Unternehmen zunehmend ein Exportbetrieb. Bereits 1962 lieferte »Gloria« seine Produkte in mehr als 50 Länder. Zwischen 1965 und 1969 entstanden weitere #Produktionsanlagen, #Montagehallen, #Transportbänder, eine neue #Lackiererei, ein #Einbrennofen und ein #Verwaltungsgebäude.

Daneben entstand ein Zweigwerk in Marienfeld. Dieses wurde später erheblich erweitert; bis 1988 wuchs seine Fläche aufgrund der hohen Auslastung um rund 40 Prozent. 1970, zum 25 jährigen Firmenjubiläum, wurde in Wadersloh das zunächst dreigeschossige Verwaltungsgebäude fertiggestellt. 1989 kam dort ein modernes Schulungszentrum hinzu. Anfang der 1990er Jahre umfasste das Betriebsgelände nach Unternehmensangaben schließlich rund 230.000 Quadratmeter.

»Gloria« wird international

1993 wurde »Gloria UK« gegründet. Zertifizierungen nach internationalen Qualitätsstandards begleiteten die Expansion. Zum 50 jährigen Bestehen präsentierte das Unternehmen 1995 mit dem Design Feuerlöscher »F2000« eine Neuheit bei tragbaren Feuerlöschern. Ein Jahr später nahm ein neues Entwicklungszentrum seine Arbeit auf.

Um die Jahrtausendwende experimentierte »Gloria« sogar mit einem Brandschutzkonzept und Rettungskonzept auf Basis des damals noch jungen Smart. Der kleine Wagen sollte unter anderem bei Werksfeuerwehren, in Produktionshallen, Einkaufszentren, Innenstädten und bei Großveranstaltungen eingesetzt werden.

2000 entstanden Tochtergesellschaften in #Spanien und #Frankreich, 2002 wurde in Wadersloh ein neues Verwaltungsgebäude errichtet. Eine tiefgreifende Veränderung folgte 2007: Die Produktion der Feuerlöschgeräte wurde nach #Ropczyce in #Polen verlagert.

Vom Gartenhaus zur Virtual Reality

Die Entwicklung ging weiter. Neue Feuerlöscher Baureihen folgten, seit 2018 veranstaltet »Gloria« die Wadersloher Brandschutztage und 2020 konnte das Unternehmen sein 75 jähriges Bestehen feiern. Inzwischen reicht das Spektrum sogar bis zum virtuellen #Feuerlöschtraining: Mit einem VR Headset und einer Feuerlöscherattrappe können Anwender Brandsituationen simulieren und den Umgang mit dem Löscher trainieren.

Zwischen dieser Technik und den Anfängen liegen Welten. Und doch begann alles erstaunlich unspektakulär: 1945. In Gütersloh. In einem Gartenhaus.

Aus einem kleinen Reparaturbetrieb für Feuerlöscher und Pflanzenschutzgeräte entwickelte sich innerhalb weniger Jahre ein Industrieunternehmen und schließlich eine international bekannte Marke.

»Gloria« wird heute mit Wadersloh verbunden, und auch das Werk in Marienfeld dürfte vielen Menschen im Raum Gütersloh noch ein Begriff sein. Dass die Unternehmensgeschichte jedoch mitten im Gütersloh der unmittelbaren Nachkriegszeit ihren Anfang nahm, ist heute kaum noch bekannt. Ein kleines Stück Gütersloher #Wirtschaftsgeschichte, das es verdient, wiederentdeckt zu werden.

Quelle und Grundlage: Unternehmenschronik der »Gloria« GmbH

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