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Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) gemeinsam mit Johanna Röh, Vorsitzende von »Mutterschutz für Alle!«, bei einer Aktion für den Mutterschutz für Selbstständige vor dem Reichstag im November 2025. Hubertz war zu diesem Zeitpunkt selbst schwanger. Foto: Juliane Hermann, »Female Photoclub«

#Mutterschutz für #Selbstständige fehlt im bekanntgewordenen #Referentenentwurf

Von KWS, Informationen, Politik37 Views

#Mutterschutz für #Selbstständige fehlt im bekanntgewordenen #Referentenentwurf

#Berlin, 1. Oktober 2026

Der Mutterschutz für Selbstständige ist im #Koalitionsvertrag vereinbart. Im inzwischen bekanntgewordenen Referentenentwurf zur #Elterngeldreform ist jedoch keine Regelung dazu enthalten. Damit ist aktuell offen, über welchen gesetzlichen Weg die Absicherung #Selbstständiger rund um #Schwangerschaft und #Geburt umgesetzt werden soll.

Dass an einer Lösung gearbeitet wird, hat Bundesfamilienministerin Karin Prien mehrfach deutlich gemacht. Beim 38. CDU Bundesparteitag räumte sie dem Vorhaben hohe Priorität ein, verwies zugleich auf die komplexe Ausgestaltung und die Zusammenarbeit mehrerer Ministerien und kündigte für dieses Jahr einen Gesetzentwurf an.

Am 6. Oktober 2026 bringt der Verein »Mutterschutz für Alle!« in Berlin Erfahrungen aus der Praxis, Daten, Expertise und bestehende Lösungsansätze zusammen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie eine gesetzliche Absicherung konkret ausgestaltet werden kann.

Wenn #Schwangerschaft und #Geburt zum wirtschaftlichen Risiko werden

Wie unterschiedlich sich fehlende Absicherung auswirkt, hängt stark von #Beruf und #Erwerbsmodell ab. Rund um die Geburt stellt sich für alle Selbstständigen die Frage, wie eine notwendige Unterbrechung oder Reduzierung der #Arbeit finanziell aufgefangen werden kann. In manchen Berufen entstehen Einschränkungen bereits deutlich früher: Körperlich belastende Tätigkeiten, Gefahrstoffe, Infektionsrisiken, bestimmte Arbeitszeiten oder eine hohe körperliche Beanspruchung können dazu führen, dass Selbstständige ihre Arbeit schon während der Schwangerschaft reduzieren, verändern oder unterbrechen müssen. Gleichzeitig können Mieten, Versicherungen, Personalkosten und andere betriebliche Verpflichtungen weiterlaufen.

Die Erfahrungen von Frauen aus sehr unterschiedlichen Branchen zeigen die Bandbreite

Maxime Krämer führte als #Tischlermeisterin eine gut laufende eigene #Werkstatt. Nach der Geburt ihrer ersten Tochter gab sie ihre Selbstständigkeit auf. Heute ist die zweifache Mutter Berufsschullehrerin.

Dr. Friederike Kugler ist Hausärztin und Praxisinhaberin. Bei einer Schwangerschaft geht es für sie nicht nur um das eigene Einkommen: Personalkosten, Miete und andere betriebliche Ausgaben laufen weiter, während gleichzeitig die Versorgung der Patientinnen und Patienten organisiert und gegebenenfalls eine ärztliche Vertretung gefunden werden muss.

Für die Profisportlerin Fabienne Königstein ist der eigene Körper unmittelbar Grundlage ihrer beruflichen Leistungsfähigkeit. Ihr Einkommen und ihre berufliche Perspektive hängen unter anderem von Wettkämpfen, Förderung, Sponsoring und sportlicher Leistung ab. Schwangerschaft und Geburt stellen sie deshalb vor besondere wirtschaftliche Fragen – auch weil sich Zeitpunkt und Niveau der Rückkehr in Training und Wettkampf nicht vollständig planen lassen.

Auch in der Filmbranche zeigt sich die Lücke. Schauspielerin Caro Cult verlor nach Bekanntgabe ihrer Schwangerschaft eine bereits zugesagte Rolle, für die die Vorbereitungen bereits liefen. Ihr Fall zeigt das Spannungsfeld besonders deutlich: Während gesetzliche Vorgaben Schwangere bei der Arbeit schützen sollen, fehlt Selbstständigen bei einem daraus entstehenden #Verdienstausfall eine entsprechende Absicherung. »Schutz, der nur verbietet, aber nicht absichert, ist kein Schutz. Er sperrt aus«, sagt Cult.

Weitere persönliche Geschichten aus unterschiedlichen Branchen und Erwerbsmodellen sind auf der Webseite des Zukunftsgipfels zusammengestellt. Für Interviews und Hintergrundgespräche vermittelt »Mutterschutz für Alle!« auf Anfrage Kontakte zu Gesprächspartnerinnen – sowohl aus den vorgestellten Porträts als auch darüber hinaus. Mehr …

Von der Problembeschreibung zur Umsetzung

Seit der #Petition von »Mutterschutz für Alle!« aus dem Jahr 2022 mit 111.794 Unterschriften ist das Thema zunehmend auf die politische Agenda gerückt. Mittlerweile werden verschiedene Modelle diskutiert – darunter eine einkommensbezogene oder pauschale Absicherung während der Mutterschutzfristen, Lösungen für weiterlaufende Betriebskosten und notwendige Vertretungen sowie unterschiedliche Finanzierungswege.

»Wir fangen nicht bei null an«, sagt Johanna Röh, Tischlermeisterin und Vorsitzende von »Mutterschutz für Alle!«. »Jetzt geht es darum, aus den vorhandenen Ansätzen eine umsetzbare Regelung zu entwickeln. Sie muss nicht vom ersten Tag an jede Form der Selbstständigkeit perfekt abbilden. Entscheidend ist, dass wir anfangen, Erfahrungen sammeln, evaluieren und weiterentwickeln.«

Für Röh ist das Thema nicht allein familienpolitisch: »Wer langfristig mehr Frauen für die Selbstständigkeit gewinnen und halten will – gerade mit Blick auf Unternehmensnachfolge und Fachkräftemangel – muss auch die Rahmenbedingungen rund um Schwangerschaft und Familiengründung mitdenken. Mutterschutz für Selbstständige ist deshalb auch #Wirtschaftspolitik.«

Am Zukunftsgipfel nehmen unter anderem die Parlamentarische Staatssekretärin Mareike Lotte Wulf, Dr. Franziska Brantner, Dr. Vinzenz Peters vom Institut für Mittelstandsforschung Bonn, Dr. Christian Korbanka von der »IKK classic« sowie die Rechtsanwältin Angela Heinssen teil.

2 Termine am 6. Oktober 2026 – Presseaktion vor dem Reichstag

Am Morgen machen rund 30 Selbstständige aus unterschiedlichen Branchen vor dem Reichstag sichtbar, welche Folgen die fehlende Absicherung rund um Schwangerschaft und Geburt für ihre Erwerbstätigkeit und ihre Betriebe haben kann. Während des Presser und Fototermins stehen sie für Interviews, Fotos und O Töne zur Verfügung. Auch #Vertreter aus der #Bundespolitik nehmen an der Aktion teil. Aus der CDU/CSU Bundestagsfraktion Silvia Breher, Sandra Carstensen, Nora Seitz, Vanessa Zobel, Wolfgang Dahler und Lutz Brinkmann; aus der SPD Bundestagsfraktion Saskia Esken, Josephine Ortleb und Jasmina Hostert; für »Bündnis 90/Die Grünen« Lisa Paus, Franziska Brantner, Sandra Stein und Denise Loop sowie für »Die Linke« Mandy Eißing.

Dienstag, 6. Oktober 2026, Pressetermin und Fototermin 8.30 bis 8.50 Uhr …

#Zukunftsgipfel am Abend

Am Abend richtet sich der Blick auf die konkrete Umsetzung: Beim Zukunftsgipfel »Selbstständigkeit und Familie – warum Vereinbarkeit Wirtschaftspolitik ist« stehen bestehende Lösungsansätze, offene Fragen und mögliche nächste Schritte im Mittelpunkt.

Mit dabei sind unter anderem die Parlamentarische Staatssekretärin Mareike Lotte Wulf, die Co Bundesvorsitzende von »Bündnis 90/Die Grünen« und Bundestagsabgeordnete Dr. Franziska Brantner, Dr. Vinzenz Peters vom Institut für Mittelstandsforschung Bonn, Dr. Christian Korbanka von der »IKK classic« sowie Rechtsanwältin Angela Heinssen.

Dienstag, 6. Oktober 2026, ab 18 Uhr (Einlass ab 17 Uhr), #Fulmidas, Schiffbauerdamm 8, 10117 Berlin …

»Mutterschutz für Alle!«

»Mutterschutz für Alle!« ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für die gesetzliche Absicherung Selbstständiger während Schwangerschaft und rund um die Geburt einsetzt. Der Verein bringt Erfahrungen aus unterschiedlichen Formen der Selbstständigkeit mit #Politik, #Verbänden und #Fachwelt zusammen und entwickelt praxistaugliche Lösungsansätze für einen Mutterschutz für Selbstständige.

Bündnis Mutterschutz für Selbstständige

Das Bündnis Mutterschutz für Selbstständige vereint mehr als 60 Verbände, Kammern und Organisationen, die gemeinsam mehr als 900.000 Menschen und Betriebe vertreten. Es bündelt Perspektiven aus #Wirtschaft, #Gesellschaft und unterschiedlichen Formen der Selbstständigkeit und setzt sich für eine gesetzliche Absicherung Selbstständiger während Schwangerschaft und rund um die Geburt ein. Träger des Bündnisses ist »Mutterschutz für Alle!«.

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