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Nordbad Gütersloh neu denken: Zwei Becken weg – und aus der Baustelle wieder ein Freibad machen

Von KWS, Gütersloh, Nachrichten895 Views

Nordbad Gütersloh neu denken: Zwei Becken weg – und aus der #Baustelle wieder ein #Freibad machen

#Gütersloh, 2. Oktober 2026

Das Gütersloher #Nordbad beschäftigt #Politik, #Stadtwerke und #Öffentlichkeit seit Jahren. Inzwischen geht es längst nicht mehr um einzelne #Reparaturen. Die grundlegende Sanierung wird nach den zuletzt bekannten Planungen mit rund 15,1 Millionen Euro veranschlagt und könnte sich bis 2029 hinziehen.

Hinzu kommt der #Sprungturm. Seit Ende Mai 2026 ist er gesperrt. Untersuchungen haben #Schäden tief im #Fundament ergeben; eine #Sanierung wäre nach Angaben der Stadtwerke aufwendig, würde einen 6 stelligen Betrag kosten und stünde einer vergleichsweise begrenzten weiteren Lebensdauer gegenüber. Sprungturm und Sprungbecken sind deshalb weiterhin nicht nutzbar.

Vielleicht ist deshalb der Zeitpunkt gekommen, eine andere Frage zu stellen: Muss eigentlich alles, was einmal da war, auch wiederhergestellt werden?

Der NOW Vorschlag lautet: Nein.

Springerbecken und Nichtschwimmerbecken aufgeben

Statt weiter über die Sanierung sämtlicher Bestandteile des Freibads zu diskutieren, könnten Springerbecken und Nichtschwimmerbecken vollständig aufgegeben werden. Abriss, Verfüllung, Schluss.

Das Nordbad würde anschließend konsequent um das große Schwimmerbecken herum neu geordnet. Die Anlage bliebe damit ein Freibad und ein Standort für sportliches Schwimmen – würde aber kleiner, übersichtlicher und möglicherweise auch langfristig wirtschaftlicher.

Der Gedanke stößt jedenfalls in ersten Gesprächen, die NOW dazu geführt hat, auf Zustimmung. Dabei wurde ein Argument mehrfach genannt: Endlich würde der #Baustellencharakter verschwinden.

Denn ein dauerhaft abgesperrtes Becken, ein nicht nutzbarer Sprungturm und Flächen, über deren Sanierung immer weiter diskutiert wird, ergeben noch lange kein attraktives Freibad. Manchmal kann weniger tatsächlich mehr sein – wenn das Verbleibende dafür ordentlich gestaltet und dauerhaft betrieben werden kann.

Aus #Rückbau könnte neue #Qualität entstehen

Die freiwerdenden Flächen müssten dabei keineswegs einfach brachliegen. Ein Teil könnte dem verbleibenden Freibad zugeschlagen und beispielsweise als großzügige #Liegefläche, #Spielfläche oder Aufenthaltsfläche gestaltet werden.

Gleichzeitig könnte geprüft werden, ob Teile des weitläufigen Grundstücks künftig überhaupt noch für den Badebetrieb benötigt werden. Nicht benötigte Bereiche ließen sich abtrennen. Ob dort andere Nutzungen oder sogar eine Bebauung möglich und städtebaulich sinnvoll wären, wäre anschließend zu untersuchen.

Das wäre keine Sanierung des Nordbads im bisherigen Sinne mehr. Es wäre eine Neuordnung.

Und wo bleiben #Kinder und #Schwimmanfänger?

Der naheliegende Einwand lautet: Was geschieht mit dem Nichtschwimmerbereich?

Auch darauf sollte nicht reflexartig mit dem Erhalt jedes vorhandenen Beckens geantwortet werden. Gütersloh verfügt mit der »#Welle«, dem #Hallenbad und dem #Parkbad über weitere Standorte. Das Parkbad besitzt bereits ein flaches Becken, das heute im Wesentlichen als Planschbecken für Kinder dient.

Beim #Schwimmenlernen wäre genauer zu prüfen, welche Kapazitäten im Hallenbad, in der »Welle« und gegebenenfalls in geeigneten Bereichen des verbleibenden Nordbadbeckens vorhanden oder mit vertretbarem Aufwand herzustellen sind.

Diese #Prüfung ist wichtig. Sie führt aber nicht automatisch zu dem Schluss, dass deshalb an jedem Freibadstandort dauerhaft ein eigenes Nichtschwimmerbecken erhalten werden muss.

Nicht alles erhalten – sondern das Richtige

Politisch ist bislang auch die entgegengesetzte Richtung vertreten worden. So gab es 2025 Anträge, die ausdrücklich eine Sanierung des Nordbads mit Sprungturm und Nichtschwimmerbereich beziehungsweise sogar einen Neubau des Sprungturms, des Sprungbeckens und eine Vergrößerung des Nichtschwimmerbeckens vorsahen.

Genau deshalb gehört die Alternative auf den Tisch.

Die entscheidende Frage sollte nicht lauten: Wie bekommen wir das alte Nordbad möglichst vollständig wieder hin?

Sondern: Welches Nordbad braucht Gütersloh in Zukunft – und welche Teile der bisherigen Anlage braucht es dafür tatsächlich noch?

Der radikalere Schnitt könnte am Ende die vernünftigere Lösung sein: zwei Becken aufgeben, die Anlage verkleinern, die verbleibenden Bereiche vernünftig gestalten und aus einem Freibad mit Dauerbaustellencharakter wieder einen klar definierten, attraktiven Ort machen.

Zwei Becken weg. Ein Freibad bleibt. Und vielleicht entsteht gerade dadurch wieder ein richtiges Nordbad.

Das muss noch nicht einmal eine Entscheidung für alle Ewigkeit sein. Sollten sich die finanziellen Möglichkeiten und die Prioritäten eines Tages ändern, könnten ein neues #Springerbecken, ein neues #Nichtschwimmerbecken und vielleicht auch ein neuer #Sprungturm wieder Thema werden. Dann allerdings als bewusst geplante neue Anlage – und nicht als immer neue Reparatur und Sanierung des über Jahrzehnte gewachsenen Bestands.

Bis dahin könnte eine einfachere Lösung besser sein als eine jahrelange Zwischenlösung: Zwei Becken weg. Baustelle weg. Ein Freibad bleibt. Und wenn Gütersloh irgendwann wieder Geld für mehr hat, kann man auch wieder mehr bauen.

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