Von KWS, Kunst und Kultur, Feuilleton, 4.528 Views
»Das Lied von Manuel« (1979), einer der seltsamsten deutschen Schlager
#Gütersloh, 11. Mai 2026
»Manuel und Pony« hieß die »Band«, zu der zeitweise auch Anke Engelke gehörte, die 1979 den #Kinderschlager »Das Lied von #Manuel« brachte. Die Story ist schlicht und verstörend. Da gibt es #Manuel aus #Kastilien, der in der Nachbarschaft wohnt, und den sie nicht mögen. Gleichzeitig ist #Hannelore schwerkrank, Manuel weiß um eine mögliche, aber teure Heilung in #Amerika. Er gibt also ein #Charity #Konzert für Hannelore, und auf einmal mögen sie ihn sehr. Mit anderen Worten: Um gemocht zu werden, musste er Hannelore retten. Und die Zeile »Wir kennen Deine Stimme, wir kennen Dein Gesicht« klingt fast drohend.
Nicht weniger seltsam ist auch der Umstand, dass der eigentliche Refrain (»Das Lied von Manuel«) von einer unsichtbaren, erwachsenen Männerstimme gesungen wird – ergänzt um »Maria dolores«, gesungen von einem #Knabensopran. »Mutter Gottes voller Schmerzen« … wie dieser urkatholische Glaubensinhalt, dieser #Topos, in die Story passt und was er an dieser Stelle bedeuten soll, ist unklar. Soll etwa Manuel hier für Jesus stehen, der Maria (Hannelore) doch noch von ihrem Schmerz befreit? Und dann wird er gemocht und nicht gekreuzigt? Wäre diese Geschichte nicht deutlich zu groß für einen Kinderschlager von 1979, der in der Hitparade gebracht wurde? Übercodierte Unterhaltung? Zweifelhafte, moralisch religiöse Eindeutigkeit mit #Chartplatzierung?
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