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NOW Kommentar: Minijobs abschaffen? Das Problem ist nicht der Minijob!

Von KWS, Karla-Wagner-Stiftung, KWS Democracy, 3.003 Views

#NOW #Kommentar: #Minijobs abschaffen? Das Problem ist nicht der #Minijob!

#Gütersloh, 24. Juni 2026

Immer wieder wird über die Abschaffung von Minijobs diskutiert. Die Begründung klingt zunächst plausibel: Menschen sollen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gebracht werden, statt dauerhaft in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen festzuhängen. Das Ziel ist nachvollziehbar. Die vorgeschlagene Lösung ist es nicht, denn sie verwechselt Ursache und Wirkung.

Ein Minijob ist zunächst einmal nur eine Beschäftigungsform. Ob er sinnvoll oder problematisch ist, hängt davon ab, wofür er genutzt wird.

Problematisch wird es dort, wo Minijobs reguläre Arbeitsplätze ersetzen. Wenn #Unternehmen #Tätigkeiten künstlich aufspalten, um Sozialabgaben zu sparen, oder wenn Menschen mehrere Minijobs parallel ausüben müssen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, läuft etwas schief. Dann wird aus einer Ergänzung ein Ersatz für reguläre Beschäftigung.

Doch daraus folgt nicht automatisch, dass Minijobs grundsätzlich abgeschafft werden sollten.

Im Gegenteil: In vielen Bereichen erfüllen sie eine wichtige Funktion. #Studenten finanzieren damit ihr #Studium. #Rentner verdienen sich etwas hinzu. #Vereine, #Kulturinitiativen und kleine #Unternehmen können Tätigkeiten organisieren, die weder #Vollzeitstellen noch #Teilzeitstellen sind. Viele dieser Aufgaben würden ohne Minijobs schlicht nicht erledigt werden.

Die #politische #Debatte leidet unter einem grundlegenden #Denkfehler: Es wird so getan, als würde aus jeder geringfügigen Beschäftigung automatisch eine reguläre Stelle, wenn man die Beschäftigungsform verbietet. Das ist eine #Illusion.

Aus 10 Stunden Arbeit im Monat werden durch ein #Gesetz keine 40 Stunden. Aus einer gelegentlichen Aushilfstätigkeit wird nicht automatisch ein Vollzeitjob. Viele Aufgaben sind schlicht zu klein, zu unregelmäßig oder zu speziell, um als klassische Beschäftigung organisiert zu werden.

Wer Minijobs abschafft, schafft deshalb nicht automatisch bessere Arbeitsplätze. Oft schafft er nur die Tätigkeit selbst ab.

Statt über eine vollständige Abschaffung nachzudenken, wäre ein differenzierter Ansatz sinnvoller.

Warum nicht Minijobs auf die Bereiche konzentrieren, für die sie ursprünglich gedacht waren?

Für Studenten. Für Rentner. Für Menschen mit einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung. Für den #Wiedereinstieg in den #Arbeitsmarkt. Für zeitlich begrenzte Übergangsphasen.

Mit anderen Worten: als #Nebenjob, #Einstiegsjob oder #Zuverdienst – nicht als dauerhaftes Ersatzmodell für reguläre Beschäftigung. Das würde #Missbrauch begrenzen, ohne funktionierende Strukturen zu zerstören.

Deutschland hat viele Probleme. Der Mangel an #Bürokratie gehört nicht dazu. Wer jede flexible Form der Beschäftigung abschafft, schafft nicht automatisch mehr #Sicherheit. Oft schafft er nur mehr Bürokratie, höhere Kosten und weniger Möglichkeiten für diejenigen, die arbeiten wollen. Nicht der Minijob ist das Problem. Das Problem beginnt dort, wo er zweckentfremdet wird.

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