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Foto: Holger Langmaier

Warum viele Männer bei Erektionsstörungen zu lange warten – und welche Hilfe es heute gibt

Von KWS, Gesund und Fit, Gesundheit, 11.978 Views

Warum viele Männer bei Erektionsstörungen zu lange warten – und welche Hilfe es heute gibt

Es ist ein Tabuthema, über welches Männer ungern sprechen: Erektionsstörungen werden noch immer aus Scham verschwiegen. Oft wollen Betroffene das Problem selbst lösen und verzichten auf Hilfe. Dabei kann frühzeitige Hilfe langfristige Auswirkungen verhindern.

Für Männer bedeutet die Diagnose Erektionsstörung den Beginn eines Teufelskreises im Hinblick auf die Selbstwahrnehmung von Männlichkeit sowie Potenz. Vor allem der Faktor Stress ist ein potenz(zer)störender Sachverhalt. Bemerkt ein Mann, dass die Lust am Sex ausbleibt und sich die körperlichen Funktionen nicht mehr auf Wunsch einstellen, ziehen sich viele Männer zurück und versuchen, dem Problem selbst auf den Grund zu gehen. Statt eines Besuchs beim Arzt folgen Selbstdiagnosen per Internet und Recherchen auf eigene Faust.

Neben den typischen Methoden, wie Männer ihre Erektionsstörungen wieder in den Griff bekommen können, gibt es jedoch noch verschiedene andere Optionen. Die Alternativen zu Viagra können dabei auf natürlicher Basis sein, in Therapieform stattfinden oder mit Veränderungen in der Lebensweise einhergehen. Oft sind schon Faktoren wie Stress, ungesunde Ernährung oder psychische Probleme die Ursache, die zu Erektionsproblemen führen. Jedoch bedarf es professioneller Hilfe, um eine entsprechende Diagnose zu stellen.

Keine Scheu vor persönlicher Beratung

Pharmazeutische Hilfsmittel oder natürliche Präparate gehören zu den ersten Helfern, die bei Erektionsstörungen genutzt werden. Nur die wenigsten Männer vertrauen sich mit ihren Problemen Ärzten oder Therapeuten an. Die Angst, als Mann versagt zu haben oder den Erwartungen der Partnerin nicht mehr gerecht zu werden, löst in der Regel weitere Ängste aus. Dadurch verstärken sich die Erektionsstörungen jedoch noch mehr.

Die Sexualberatung und Paartherapie im Klinikum Gütersloh setzen auf diskrete Atmosphäre und ausführliche Gespräche. Patienten sollen ein sicheres Gefühl erhalten, um sich leichter zu öffnen und den Zugang zum Kern des Problems zu ermöglichen. Eine verkrampfte Haltung zum Gegenüber oder das unwohle Gefühl, sich nicht in guten Händen zu wissen, können eine negative Basis bilden und den Genesungsprozess verlangsamen. Gut zu wissen: Trotz gestiegener Krankenkassenbeiträge sind Beratungstermine weiterhin keine Kassenleistungen und müssen vom Patienten selbst getragen werden.

Alltag neu sortieren

Bemerken Männer, dass sie unter Erektionsstörungen leiden, sollte schnellstmöglich gehandelt werden. Schon kleine Dinge können ein erster Schritt in die richtige Richtung sein, sich mit der eigenen Gesundheit intensiver zu beschäftigen. Wie oft wird in der Woche Sport getrieben? Wie häufig werden Alkohol oder Nikotin konsumiert? Steht fettreiche Nahrung auf dem Speiseplan oder ist eine ausgewogene Ernährung mit vitaminreichen Lebensmitteln vorhanden? Antworten auf diese Fragen gehen das Problem auf natürliche Weise an.

Zeigen sich die Auswirkungen hartnäckiger und dauerhafter, können PDE 5 Hemmer vom Arzt verschrieben werden. Der Wirkstoff spielt bei der Erektion des Mannes eine wichtige Rolle, um eine frühzeitige Erschlaffung zu vermeiden. Allerdings ist eine verschriebene Dosis keine Garantie, dass die Erektion wieder auf natürliche Weise stattfinden kann. Bleibt die eigentliche Ursache unerforscht, besteht auch die Problematik weiterhin als Teil des Alltags. Eine stetige Erhöhung der benötigten Dosis bildet zudem keine Lösung, sondern verkompliziert das Leiden. Umso wichtiger ist es, dass sich betroffene Männer offen Rat und Hilfe suchen.

Ein Gespräch mit dem besten Freund oder der Partnerin kann ein guter Anfang sein. Wichtig ist, dass sich kein Mann bei Erektionsstörungen schämen muss. Dieses Bewusstsein hilft, sich dem Thema freier zu nähern und schneller einen Erfolg zu erzielen.