Von KWS, Kunst und Kultur, Literatur, 3.828 Views
»Der Ausbruch des Phantastischen«: Studie zu Fantasy, Sci Fi und Gesellschaft
#Essen, 22. Juli 2026
Im Oldib Verlag ist die zweite, überarbeitete und erweiterte Auflage von Oliver Bidlos »Der Ausbruch des Phantastischen. Zur phantastischen Refiguration der Wirklichkeit« erschienen. Die kultursoziologische Studie geht der Frage nach, welche gesellschaftliche Wirksamkeit von Fantasy, Science Fiction und Horror ausgeht – und wie sich das Phantastische, ursprünglich als abgegrenzter Bereich des Erzählens verstanden, heute als fester Bestandteil der geteilten Alltagswirklichkeit erweist.
Phantastische Figurationen und dispersive Replikation
Bidlos zentrale These: Phantastische Figurationen – etwa #Tolkiens #Mittelerde, die Erzählwelten des #Magischen #Realismus oder utopische Entwürfe – bilden die reale Welt nicht bloß ab. Sie konstituieren eigenständige imaginäre Räume, aus denen heraus Deutungsmuster, Sprache und kollektive Identitäten in die gesellschaftliche Wirklichkeit zurückwirken. Für diesen Vorgang prägt Bidlo den Begriff der »dispersiven Replikation«. Zur theoretischen Einordnung greift die Studie auf das Thomas Theorem, Norbert Elias’ #Figurationssoziologie, Hans Vaihingers »Als ob Philosophie« sowie auf kommunikativ konstruktivistische Ansätze der Wissenssoziologie zurück.
Neue Kapitel der zweiten Auflage
Gegenüber der ersten Auflage wurde der Band an mehreren Stellen inhaltlich erweitert. Neu hinzugekommen ist ein Kapitel zum Magischen Realismus, das die Grenzfälle zwischen dem klassischen Begriff des Phantastischen nach Tzvetan Todorov und einer Erzählweise auslotet, in der das Wunderbare nicht als Störung, sondern als selbstverständlicher Teil der erzählten Welt erscheint. Ebenfalls neu sind zwei Abschnitte im Kapitel zur Binnenperspektive der Fantasy, die sich mit Prophezeiung und Weissagung als eigener Wissensform sowie mit dem Übergang von der erzählinternen Perspektive zu gesellschaftlicher Wirksamkeit befassen. Das Schlusskapitel wurde um eine philosophische Reflexion erweitert, die die menschliche Fähigkeit zum Phantastischen mit den Grundbegriffen Hoffnung und Sorge verknüpft.
Zielgruppe
Die Studie richtet sich in erster Linie an Sozialwissenschaftler, Kulturwissenschaftler und Kommunikationswissenschaftler, an Literaturwissenschaftler mit Schwerpunkt #Phantastikforschung sowie an #Lehrer und #Bibliotheken, spricht aber durch ihre konkreten Beispiele – von #Tolkien über den Magischen Realismus bis zu digitalen und KI bezogenen Phänomenen – auch ein literaturinteressiertes und phantastikinteressiertes Publikum jenseits des Fachdiskurses an.
Oldib Verlag
Der #Oldib Verlag mit Sitz in #Essen publiziert wissenschaftliche und essayistische Titel an der Schnittstelle von #Kulturwissenschaft, #Soziologie und #Phantastikforschung. Mehr …
Der Band ist ab sofort als Paperback im Buchhandel sowie direkt über den Oldib Verlag erhältlich, 204 Seiten, 15 Euro, ISBN 978 3 910869 21 9 …
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