Home
Adressen
Chronik
Europe
Mariechenmarkt
Visit Gütersloh
Service

Schufa Schattendatenbank: 22.000 fordern Auskunft – Schufa wird abgemahnt

Von KWS, Business, Finanzen, 7.045 Views

#Schufa #Schattendatenbank: 22.000 fordern Auskunft – Schufa wird abgemahnt

#Berlin, 26. August 2026

Im Fall der so genannten »Schattendatenbank« gerät die Schufa immer stärker unter Druck. Mehr als 22.000 Menschen haben bei Deutschlands größtem #Bonitätsprüfungsunternehmen bis heute mit Hilfe des Formulars von »#AlgorithmWatch« Auskunft über ihre Daten verlangt. Die Schufa hat den Betroffenen inzwischen mitgeteilt, dass sie ihnen erst nach drei Monaten Auskunft zu ihren Daten geben wird – anstatt nach 4 Wochen, wie es die Datenschutz Grundverordnung eigentlich vorsieht. Das Unternehmen begründet dies mit der »Komplexität und der Anzahl von Anträgen«, so die Schufa wörtlich.

Dazu Matthias Spielkamp, Geschäftsführer von »AlgorithmWatch«: »Die Schufa verwickelt sich zunehmend in Widersprüche. Erst behauptet sie, die Menschen hätten gar kein Interesse an den Daten, die die Schufa über sie speichert, und die bisher erteilten Auskünfte erfüllten bereits alle gesetzlichen Ansprüche. Nachdem wir sehr deutlich gezeigt haben, dass zehntausende Menschen ein sehr großes Interesse an ihren Daten haben, sagt die Schufa, die Prüfung der Anträge dauere drei Monate. Wir gehen weiterhin davon aus, dass es rechtswidrig war, dass die Schufa keine Auskunft über die Daten in der ›Schattendatenbank‹ gegeben hat, und mit ihrem Verhalten gesteht nun auch die Schufa ein, dass es nicht so klar ist, wie sie behauptet hat.«

Nachdem im Juli der #NDR und die »Süddeutsche Zeitung« bekannt gemacht haben, dass die Schufa eine sogenannte »Schattendatenbank« mit historischen Daten von Millionen von Menschen in Deutschland betreibt, hatte das Unternehmen auf seiner Webseite einen Text veröffentlicht, in dem es heißt, dass Verbraucher vor allem Informationen zu ihrer Bonität wünschen und welche Daten Einfluss auf ihren #Score haben. Die Schufa geht in dem Text davon aus, dass ihre Kunden kein Interesse an den beim Unternehmen gespeicherten historischen Daten hätten. AlgorithmWatch hat als Reaktion auf den Datenskandal eine Petition gestartet und ein Formular bereitgestellt, mit dem Betroffene bei der Schufa Auskunft verlangen können, ob und welche Informationen über sie in der Schufa »Schattendatenbank« enthalten sind.

Datenschutz Organisation »noyb« mahnt Schufa ab

In der Einschätzung, dass sowohl die »Schattendatenbank«, als auch die Auskunftspraxis der Schufa rechtswidrig sind, ist »AlgorithmWatch« nicht allein. Die österreichische Datenschutzorganisation »noyb« (für englisch »none of your business«, zu deutsch: »das geht Dich nichts an«) hat heute die Schufa wegen Verstößen gegen das Datenschutzrecht abgemahnt. Damit fordert »noyb« die Schufa auf, Daten nicht mehr über die festgelegten Speicherfristen hinaus zu speichern. Zusätzlich hat »noyb« die Schufa aufgefordert, betroffenen Personen im Rahmen einer Auskunft auch historische Daten bereitzustellen und ihre Angaben zur Datenverarbeitung transparent zu gestalten. Sollte sich die Schufa weigern, diesen Aufforderungen nachzukommen, wird »noyb« eine Unterlassungsklage einbringen, um die Praktiken der Schufa gerichtlich unterbinden zu lassen.

Dazu Marco Blocher, Datenschutzjurist bei »noyb«: »Es ist schlicht rechtswidrig, dass die Schufa angeblich ›gelöschte‹ Daten in einer ›Schattendatenbank‹ speichert, aber nicht beauskunftet. Die Schufa begeht hier Rechtsbruch mit Ansage – und das wissen wohl auch die Verantwortlichen bei der Schufa.«

»AlgorithmWatch« setzt sich seit vielen Jahren für eine bessere Regulierung und Aufsicht der Schufa ein, weil ihre Scores für automatisierte Entscheidungen über Menschen verwendet werden und somit über deren gesellschaftliche Teilhabe mitentscheiden. Nach der Recherche »OpenSCHUFA«, für die »AlgorithmWatch« zusammen mit der Open Knowledge Foundation 2019 für den »Grimme Online Award« nominiert war, hatte die damalige Bundesministerin der #Justiz und für #Verbraucherschutz, Katharina Barley, gefordert, mehr Transparenz in Scoring und Bonitätsauskünfte zu bringen.

Zum Hintergrund

#NOW #N #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE #VISITGÜTERSLOH #VISITGT #NIEWIEDERISTJETZT #MARIECHENMARKT