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»Dreiecksball« der »Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz Gütersloh« – à la recherche du temps perdu

Von KWS, Dreiecksplatz Gütersloh, Kultur, 365.218 Views

»Dreiecksball« der »Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz Gütersloh« – à la recherche du temps perdu

  • Archivbeitrag vom 20. Dezember 2023

Gütersloh, 20. Dezember 2023

Eigentlich wäre bald wieder »Dreiecksball«

Vor einigen Jahren erinnerte »NOW« bereits an eine Veranstaltung, die einmal zu den gesellschaftlichen und kulturellen Höhepunkten in Gütersloh gehörte. Der »Dreiecksball« ist bis heute nicht zurückgekehrt. Auch andere Veranstaltungsformate der »Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz« sind #Geschichte. Anlass genug, noch einmal zurückzublicken – nicht zuletzt auf eine erstaunliche Liste von Künstlern und Formaten, die zeigt, welche kulturelle Strahlkraft der Verein einst entwickelt hatte.

Einst hat die »Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz«, damals unter anderem unter dem Vorsitz von Volker Wilmking und Heinz Werner Kolbe, im kleinen Saal der Stadthalle Gütersloh ein gesellschaftliches Ereignis auf die Beine gestellt: den »Dreiecksball«.

Die Veranstaltung bot Kulturfreunden #Kunst, #Kultur, #Kulinarik und #Tanz im #Ballformat. Vor allem aber wurden auch #Sponsoren, #Freunde und #Förderer gewertschätzt und die Gütersloher Kulturszene hat sich im Ambiente der #Stadthalle kennengelernt, zusammen gefeiert, #Kultur genossen und sich befruchtet.

Per #Beamer wurde beim »Dreiecksball« ein Jahresrückblick mit den schönsten Fotos präsentiert. Aber auch Sponsorenlogos, Künstlerbilder und der unvergessene Auftritt einer Live #Sandkünstlerin, die nur mit Sand per Videoprojektion beeindruckende und lebendige #Kunst auf die Leinwand des kleinen Saals zauberte – kaum war ein Bild entstanden, wurde es weggewischt und es entstand wieder etwas Neues.

Nachdem der Gründervorstand des Kulturvereins in den Ruhestand gegangen war, wurden Events wie der »Dreiecksball« sukzessive abgeschafft – heute gibt es keinen Ball mehr, kein »1. MaiBaumFest«, keine Nachbarschaftsevents wie das traditionelle #Kaffeetrinken nach der »Woche« oder das #Weihnachstreffen et cetera.

Mit dem personellen Wechsel im Vorstand der »Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz« veränderte sich nach und nach offenbar auch das Selbstverständnis des Vereins. Stand zuvor das gemeinsame kulturelle Leben rund um den #Dreiecksplatz im Mittelpunkt – mit Veranstaltungen, Begegnungen, gewachsenen Traditionen und der Einbindung von Künstlern, Anwohnern, Freunden, Förderern und Sponsoren –, verschwanden viele dieser verbindenden Elemente nach und nach aus dem Programm.

Besonders sichtbar wird dieser Wandel an den Veranstaltungen, die einst das Profil der »Kulturgemeinschaft« prägten. Der »Dreiecksball« wurde ebenso eingestellt wie das »MaiBaumFest« und verschiedene nachbarschaftliche Treffen und Traditionen. Damit verschwanden nicht einfach einzelne Termine aus dem #Veranstaltungskalender. Verloren gingen auch Orte der Begegnung, an denen sich #Kulturschaffende, #Unterstützer, #Anwohner u#nd Publikum kennenlernen, austauschen und gemeinsam #Kultur erleben konnten.

Was von außen wie ein schleichender Rückzug aus dem öffentlichen Kulturleben des Quartiers erscheint, ließe sich mit etwas soziologischem Übermut auch als zunehmende »Distinktionsgeleitete Binnenorientierung« und in Bezug auf die verbleibenden Events als repetiviv beschreiben.

Stattdessen scheint sich ein Führungsmodus durchgesetzt zu haben, der sich primär über organisationale Sichtbarkeit und positionsbezogene Anschlussfähigkeit legitimiert, nicht jedoch über inhaltliche Kontinuität oder partizipative Verankerung. In diesem Kontext berichten Zeitzeugen von Formen informeller Ausgrenzung gegenüber langjährig Engagierten, die durch diskursive Verschiebung offenbar als »überkommen« oder »kommunikativ schwierig« markiert werden – ein klassischer Fall symbolischer Entwertung über das Medium der Intransparenz.

Kunst und Kultur beim »Dreiecksball« 2010

Beim »Dreiecksball« 2010 wurden beispielsweise Künstler wie Argile, Richie Arndt, »Aquabella«, »Basta«, Gino Badagliacca, »Beachroad Hotel«, Benjamin Bobe, Ulli Bögershausen, »Boogie Downstairs«, »Willem Breuker Kollektief«, »Philippe Caillat Quintett«, »Channel 8«, »Call 'n' Response«, »Cellomania«, »Cashma Hoody«, »Clown Comedy Complott«, »Cuarteto Rotterdam«, »Dane«, »Das Dritte Ohr«, »Barbara Dennerlein Duo«, »Descarga de Tropical«, »Desperados«, »Dr. Ring Ding & The Senior Allstars«, »Dr. Woggle & The Radio«, »Etnosphere«, Georgie Fame, »Sergio Gobi's Tangente Tango Trio«, »Groove Syndicate«, »Groovemachine«, »Habbe et Meik«, »It's Me und Band«, »Jazzmad«, »Kain«, »Kakadu Combo«, »Knaller Allstars«, »Robert Kreis und die Jazz Sextanten«, »Krestovsky & Sjarov«, »Latin Groove Collective«, Volker Leiß, »Leopold & Wadowski«, »Willi Lohmann Kapelle«, »Magiste«, »Mardi Gras bb.«, Paul Millns, »Michaels Magisches Theater«, »Yannik Monot & Nouvelle France«, »Zoot Money«, »New Culture«, #Nirgül, Reinhild Patzelt, Thomas Philipzen, »Pan Groove Orchestra«, »Quietschfidel«, »Quintessence Saxophone Quintett«, »Rollhedges Funk Orchestra«, #Radomir, Dirk Scheffel, Andreas Scheffler, »Seltaebs«, »Supermercato«, »Ansgar Specht Group«, »Saloniki Surfers«, »Sambodromo«, »Scottish Pipes und Drums«, »Senor Gomez und The Dirty Boogie Dogs«, »17 Hippies«, »Soulfood«, Gerry Spooner, Markus Strothmann, Städtischer Musikverein Gütersloh, »Synthesis«, Phil Shackleton, Tanzschule Neumann, Uni Bigband Bielefeld, »Vinorosso«, »Westfälische Kammerphilharmonie Gütersloh«, »Michael van Merwyk & Bluesoul«, Volker Wilmking, Rainer Wortmeier, »WOZA Chor«, Hans Jürgen Zwiefka, »Die Zwillinge & die Blechgäng«, »Young Sinatras«, »Timid Tiger«, »Top Dog Brass Band«, »Di Grine Kuzine«, Maggy Scott, »B. B. & The Blues Shacks«, »Bidla Buh«, »The Ukulele Orchestra of Great Britain«, Ingo Börchers, »Tadday«, »H Blockxs«, »Steve Haggerty & The Wanted«, »Knaller Allstars«, Dieter Kropp, »Skapitanos«, Michael Fix, »Female Affairs«, »Venus Brass«, »Dizzy Dudes«, »Batilovic«, »Transorient Orchestra«, »Fanfare Ciocarlia«, »Julian & Roman Wasserfuhr Quartett«, »Brixtonboogie«, »The Kissaway Trail«, »The Tunics«, »Fourschlag«, »Herr Niels«, Jango Edwards, »Twelve Strings«, »Albie Donnelly’s Supercharge«, »The Busters« und viele mehr genannt. Ebenso die Eventformate wie die »Woche der Kleinen Künste«, »Freitag18«, »Langenachtderkunst«, Tango Argentino, Open Air Filmnacht, Herbst Kunstaktion – und natürlich der »Dreiecksball« selbst.

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