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Foto: Christian Schröter, CC BY SA

Gütersloh Hauptbahnhof

Wer verstehen möchte, warum Gütersloh im 19. und 20. Jahrhundert so schnell wachsen konnte, muss zum #Bahnhof gehen. Kaum ein anderes Bauwerk hat die Entwicklung der Stadt so nachhaltig geprägt wie der Gütersloher #Hauptbahnhof.

Die #Geschichte beginnt im Jahr 1847. Am 15. Oktober wurde die Bahnstrecke der Köln Mindener Eisenbahn Gesellschaft zwischen Hamm und Minden eröffnet. Mit ihr erhielt auch Gütersloh einen Bahnhof und damit Anschluss an eine der wichtigsten Verkehrsachsen Deutschlands. Für die damals noch vergleichsweise kleine Stadt war dies ein Ereignis von enormer Bedeutung. Die Eisenbahn verkürzte Reisezeiten drastisch, erleichterte den Warentransport und machte Gütersloh für Handel und Industrie attraktiv.

Der erste Bahnhof entstand am Ende der heutigen #Kökerstraße. Das klassizistische Empfangsgebäude wurde zwischen 1845 und 1847 errichtet und im Laufe der Jahrzehnte mehrfach erweitert. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt wuchs auch die Bedeutung des Bahnhofs. Unternehmen konnten ihre Waren nun schnell in alle Teile Deutschlands transportieren, während #Rohstoffe und #Güter ebenso unkompliziert nach Gütersloh gelangten. Die Eisenbahn wurde zum Rückgrat der #Industrialisierung.

In den 1920er Jahren stieß die bestehende Anlage an ihre Grenzen. Die stark befahrene Strecke zwischen dem Ruhrgebiet und Hannover wurde ausgebaut, Bahnübergänge verschwanden und die Gleisanlagen wurden erweitert. In diesem Zusammenhang entstand am heutigen Standort ein neues, repräsentatives Empfangsgebäude. Die Deutsche Reichsbahn eröffnete den Neubau am 21. Dezember 1925. Der monumentale Bau sollte die Bedeutung Güterslohs als Eisenbahnknotenpunkt sichtbar machen.

Der #Zweite #Weltkrieg hinterließ auch am Bahnhof deutliche Spuren. Im März 1945 wurde das Gebäude durch Bombentreffer beschädigt. Kurz darauf wurden Teile der Anlage gesprengt. Über Jahre hinweg mussten Fahrkartenverkauf und Gepäckabfertigung in provisorischen Baracken erfolgen. Erst Anfang der 1950er Jahre entstand der Bahnhof in seiner heutigen Form. Der erhaltene Nordflügel wurde in den Wiederaufbau integriert, während die Empfangshalle und weitere Gebäudeteile neu errichtet wurden. Seit 1953 prägt der Bahnhof das östliche Entrée der #Innenstadt.

Der Gütersloher Hauptbahnhof spielte auch in der deutschen Eisenbahngeschichte eine besondere Rolle. Zwischen Gütersloh und #Neubeckum fanden seit den 1970er Jahren zahlreiche Hochgeschwindigkeitsversuche statt. 1985 erreichte ein Versuchszug des späteren #ICE Programms in diesem Streckenabschnitt eine Geschwindigkeit von 317 Stundenkilometern und stellte damit einen neuen deutschen Rekord auf.

Heute ist der Hauptbahnhof einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Ostwestfalens. Täglich nutzen tausende Reisende die #Regionalverbindungen und #Fernverkehrsverbindungen. Moderne Aufzüge, sanierte Bahnsteige und barrierefreie Zugänge haben die Station in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Dennoch bleibt der Bahnhof weit mehr als ein Ort des Reisens. Er ist ein Zeugnis der Industrialisierung, des Wiederaufbaus nach dem Krieg und der engen Verbindung Güterslohs mit dem europäischen Eisenbahnnetz.

Für das #Open #Stadtmuseum steht der Hauptbahnhof deshalb nicht nur für #Mobilität. Er erzählt die Geschichte einer Stadt, die durch die Eisenbahn den Schritt von einer westfälischen Landstadt zu einem bedeutenden Wirtschaftsstandort vollzog. Viele Entwicklungen, die Gütersloh bis heute prägen, begannen hier – an den Gleisen des Bahnhofs.

Adresse

Gütersloh Hauptbahnhof
33330 Gütersloh

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